Zweigleisig im Vulkanland

31. Oktober 2005, 10:46
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Alfred Ploder im südoststeirischen St. Peter war anfangs zweigleisig unterwegs - nämlich Obst und Weinbau ...

Seit Mitte der 90er liegt der Schwerpunkt des Interesses bei Wein.

Im 23. Jahr sei er "Winzer auf eigene Rechnung und Gefahr" erzählt Alfred Ploder. Übernommen habe er von den Eltern allerdings einen gemischten Betrieb, in dem nicht nur Wein, sondern auch Speise- und Tafelobst produzierte wurde, vor allem Äpfel. Davon blieben im Endeffekt, seit die Familie beschlossen hat, sich ausgiebig dem Qualitätswein zu widmen, die Apfelsäfte übrig. Dazu kommt all das, was sich aus Obstbau logischerweise ergibt: nämlich Destillate, Apfel- und Weinessige. Seit 1993 wird Wein in 0,75-l-Bouteillen abgefüllt.

"Coole" Frucht

Dass ein Wein "bewusst auf ..." ausgebaut wurde, hört man oft aus Ploders Mund. "Kühle Frucht" war beispielsweise die Idee bei "Eruption" 2003, einem Weißweincuvée aus Pinot Blanc und Chardonnay, weil "ich finde, dass das gut passt". Sauvignon Blanc ist wohl flaschenzahlenmäßig die wichtigste Rebsorte, bedeutend ist aber auch die Burgundergruppe - "schließlich sind wir in der Großlage steirisches Vulkanland": Dazu zählen Pinot blanc, Chardonnay und ein fruchtig-cremiger Pinot gris, der nur dann abgefüllt wird, "wenn es passt", und der "besonders gut zu den Gewürzen der asiatischen Küche kommt", so Ploder.

Der Ploder'sche Betrieb ist in einem modernen Gebäude in Sankt Peter am Ottersbach angesiedelt. Je nach Ausgangsmaterial und "Weinidee" werden Stahltank, große Holzfässer mit 1000 und mehr Liter Fassungsvermögen, traditionelle 225-l-Barriquefässer oder die in steirischen Weinkellern traditionell öfter anzutreffenden 300-Liter-Fässer eingesetzt. Experimentiert hat der Mann mit dem auffallenden Flaschen-Flinserl im Ohr heuer erstmals mit einem 300-Liter-Fass aus Akazienholz. "Aus Faszination für dem Grünen Veltliner Lamm von Bründlmayer", der teilweise in neuem Akazienholz ausgebaut wird. "Spannend zu sehen, dass dieses Holz völlig anders reagiert als Eiche, als ich den Keller für den Start der malolaktischen Gärung geheizt habe", erzählt Ploder.

Auf dem Weingut Ploder-Rosenberg werden Trauben von rund 20 ha Rebflächen verarbeitet, sechseinhalb Hektar davon besitzt Ploder selbst. Mehr an Kapazität werde es in Zukunft nicht werden, "denn wir sind endlich". Aber der Eigenflächenanteil soll auf etwa zehn Hektar erhöht werden. Die Böden sind "alle sandiger Lehm auf einer Schotterauflage und völlig kalkfrei". Neben klassischen Rebsortenweinen kultiviert Ploder Lagenweine, die die Bezeichnung "Linea" tragen. (ls, DER STANDARD, Printausgabe vom 4./5.2004)

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