Sonntagsöffnung des Linzer Spar-Geschäftes mit Protest

5. Dezember 2004, 19:08
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Spar sieht sich im Recht - Kundgebungs-Teilnehmer füllten den Markt an

Linz - Die Handelskette Spar hat am Sonntag wie angekündigt ihr neues Geschäft im Linzer Hauptbahnhof erstmals auch am Sonntag aufgesperrt. Sie sieht sich dabei im Recht. Die Ladenöffnung hatte aber einen Protest von Gegnern der generellen Sonntagsöffnung im Handel zur Folge. Die Teilnehmer einer Kundgebung vor dem Bahnhof drängten danach in den Markt und füllten ihn bis auf den letzten Platz. Zu Zwischenfällen kam es aber laut Polizei Linz dabei nicht.

Alle 600 Quadratmeter des Spar-Geschäftes waren geöffnet bis auf einen Gang zwischen zwei Regalen. Dort stand ein Hinweis, dass am Sonntag auf Hrund der gesetzlichen Bestimmungen Artikel wie Wasch- und Putzmittel und Tiernahrung nicht verkauft werden dürften. Der Laden war von zahlreichen Kunden bevölkert, die zum Teil größere Mengen Lebensmittel einkauften. Sonntagmorgen hielt sich ein Mann vor dem Geschäft auf, der einen Campingsessel aufgestellt hatte. Darauf befand sich ein Schild mit der Aufschrift "Ich mache Konsumpause". Im Laufe des Tages füllte sich der gesamte erst am Freitag offiziell eröffnete Bahnhof mit Schaulustigen, die das neue Bauwerk besichtigten.

Am Nachmittag begann eine von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) organisierte Kundgebung vor dem Bahnhof, bei der unter anderem Arbeiterkammerpräsident Johann Kalliauer und Margit Hauft von der Katholischen Aktion als Vertreter einer oberösterreichischen "Allianz für den freien Sonntag" Reden hielten. Die Teilnehmer hielten Transparente mit der Aufschrift "Spar zerstört die Sonntagsruhe". Zudem hatten sie Aufkleber mit der Frage "Wochen ohne Ende ?" auf der Kleidung. Zwischen den Reden trug die Musikgruppe "Widerstand" Lieder vor, unter anderem zur Musik des Schlagers "Wochenend und Sonnenschein" den Text: "Wochenend und Sonnenschein und wir zu Haus, so soll es sein, alle Frauen im Handel finden es fein - Wochenende und daheim".

Erst der Beginn

Kalliauer betonte, die Kundgebung sei erst der Beginn der Auseinandersetzung. Damit solle die Handelskette Spar aufmerksam gemacht werden, dass sie gegen die geltenden Gesetze verstoße und sich gegen eine breite Front der Bevölkerung stelle, die für die Sonntagsruhe eintrete. Er warf Spar vor zu "provozieren". Er und auch Hauft äußerten die Befürchtung, dass nach Spar künftig auch andere Geschäfte aufsperren würden.

Spar betonte zuletzt am Sonntag in großen Zeitungsinseraten, wenn die Handelskette ihr Geschäft an sieben Tage in der Woche von 6.00 bis 21.00 Uhr aufsperre, widerspreche das nicht dem neuen Öffnungszeitengesetz, das nur maximal 80 Quadratmeter großen Geschäften das Aufsperren am Sonntag erlaubt. Denn Spar habe bereits vor dem 1. August 2003, als das Gesetz in Kraft trat, die Mietverträge unterschrieben und alle Bescheide eingeholt. Daher wäre es ein Bruch des Vertrauensschutzes, sollte das neue Gesetz zur Anwendung kommen, stützt sich der Spar-Oberösterreich-Chef auf ein Rechtsgutachten. Ein Geschäft im Innsbrucker Bahnhof werde auf Grund der selben Rechtsgrundlage aufgesperrt.

Spar weise auch den Vorwurf zurück, die Handelskette zerstöre die Sonntagsruhe. Die Handelskette habe sich immer deutlich gegen eine generelle Sonntagsöffnung ausgesprochen. Verkaufsgeschäfte wie an einem Bahnhof stellten aber eine "Sondersituation" dar. Daraus könne keinesfalls die Absicht abgleitet werden, auch andere Spar-Märkte am Sonntag zu öffnen. (APA)

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Spar.at

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    Die GPA demonstrierte gegen die Öffnung des Sparmarktes am Sonntag in Linz.

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