Walfangkommission erörtert Aufhebung des Moratoriums

6. Dezember 2004, 12:04
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Begrenzter Walfang soll besser kontrolliert werden, Bestand an Tieren wirksamer überprüft werden

Stockholm – Eine Arbeitsgruppe der Internationalen Walfangkommission (IWC) ist am Dienstag in Schweden zusammengekommen, um eine etwaige Aufhebung des seit 18 Jahren geltenden Walfangmoratoriums zu erörtern. Bei dem Treffen auf der Ostseeinsel Öland ging es um heftig umstrittene Vorschläge zu einer besseren Kontrolle eines begrenzten Walfangs und zur wirksameren Überprüfung des Walbestands. Aus Tagungskreisen verlautete, die Debatte hinter verschlossenen Türen sei vorerst noch sachlich verlaufen.

Allerdings wurden rund siebzig Delegierte aus zwanzig verschiedenen Ländern daran gehindert, Erklärungen vor der Presse abzugeben. Zu einer Entscheidung war die Arbeitsgruppe ohnehin nicht befugt. Sie wollte jedoch einen Managementplan für künftige Walfangaktivitäten erarbeiten und diesen voraussichtlich am Freitag der Öffentlichkeit vorstellen. Nach weiteren Überarbeitungen könnte dann bei der nächsten IWC-Tagung im kommenden Sommer in Südkorea eine Abstimmung erfolgen.

Verbote mit Ausnahmegenehmigungen

Die IWC hat den Walfang 1986 verboten, jedes Jahr gibt es jedoch Ausnahmegenehmigungen. So darf Japan eine begrenzte Anzahl Wale zu Forschungszwecken jagen. Umweltschützer betonten allerdings den kommerziellen Charakter des Projekts, das letztlich aus dem Verkauf von Walfleisch finanziert wird. Norwegen hat das Moratorium von Anfang an ignoriert, Island hat den Walfang im vergangenen Jahr wieder aufgenommen. Insgesamt werden von diesen Ländern sowie einigen Naturvölkern in Grönland, Alaska und Sibirien jährlich rund 2.500 Wale getötet. (APA)

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