Kärntner Freiheitliche sonnen sich in hohen Umfragewerten

2. Dezember 2004, 14:37
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Vor dem Parteitag Lob für "stabilen Koalitionspartner SPÖ"

Klagenfurt - Der SPÖ Druck machen war die ursprüngliche Intention des Sonderparteitags der Kärntner Freiheitlichen. Wäre SP-Chef Peter Ambrozy abhanden gekommen, hätte womöglich die blau-rote Chianti-Koalition nicht überlebt. Weil die roten Genossen aber weder eine Alternative zu Ambrozy noch zur umstrittenen Zusammenarbeit mit dem einstigen Gottseibeiuns, Jörg Haider, fanden, bleibt vorerst alles beim Alten.

"Die SPÖ ist wieder ein stabiler Partner", frohlockte denn auch FP-Obmann Martin Strutz am Montag. Die SPÖ-Funktionäre hätten "erkannt, was sie angerichtet haben". Also dient der FP-Parteitag Dienstagabend in Warmbad Villach der eigenen Standortbestimmung - und natürlich der Huldigung Jörg Haiders.

Denn die Selbstzerfleischung des roten Koalitionspartners hat dem einzigen freiheitlichen Landeshauptmann und seiner Landespartei Traumwerte in der Wählergunst beschert. Neuesten Umfragen zufolge kratzen die Kärntner Blauen bereits an der absoluten Mehrheit - was zu Spekulationen über eine österreichweite Haider-Partei geführt hatte. Zumal sich die Kärntner FPÖ seit Längerem auffallend distanziert gegenüber der schwächelnden Bundes-FPÖ gibt, der man immer wieder das Kärntner Erfolgsmodell nahe legt.

Nicht von ungefähr werden daher in Villach vor dem Kärntner Parteitag auch der FP-Bundesvorstand sowie die Bundesparteileitung tagen. Hauptthemen am Parteitag werden die Verschärfung des Asylrechts und die Frage zweisprachiger Ortstafeln sein, aber auch die Umsetzung freiheitlicher Wahlversprechen (Gebärprämie und Mütterpension im Rahmen der Kärntner Grundsicherung) gemeinsam mit der SPÖ.

Die von der blau-roten Koalition beschlossene Verdoppelung der Parteienförderung ist dagegen "kein Thema". Schließlich habe man "noch nie so viele Parteibeitritte gehabt wie im letzten halben Jahr", meint Strutz, der der umfragemäßig stark gerupften SPÖ empfiehlt, nur ja "keine Urabstimmung" über den künftigen Parteichef durchzuführen. Das würde "nur zu einem internen Wahlkampf führen und wieder instabile Verhältnisse schaffen". (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Printausgabe, 30.11.2004)

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