Gorbach unterstützt im Atomstreit Mainoni

1. Dezember 2004, 22:38
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Vizekanzler: FPÖ kritisch zu jeder Form von Atomenergie - Schwarz-blaue Uneinigkeit über Kernfusions-Projekt

Wien - Vizekanzler und Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) hat sich in der Frage des umstrittenen Kernfusionsprojekts ITER hinter Staatssekretär Eduard Mainoni (F) gestellt. "Eine kritische Haltung zur Atomenergie und deren Risiken war mir und den Freiheitlichen immer ein besonderes Anliegen", erklärte Gorbach am Samstag in einer Aussendung.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) war am Freitag nach Brüssel gereist, um an einer Abstimmung der EU-Forschungsminister über den internationalen Kernfusions-Forschungsreaktor selber teilzunehmen. Damit verhinderte sie, dass Staatssekretär Mainoni an ihrer Stelle mit einem "Nein" stimmte. Gehrer hatte Mainoni eine Enthaltung oder Zustimmung im Brüsseler Rat der Forschungsminister empfohlen.

Atommüll

Die Kernfusion stecke noch im Forschungsstadium, aber es handle sich dabei dennoch um eine nukleare Energieform, bei der radioaktive Strahlung freigesetzt werde, so Gorbach. Das Problem der Endlagerung von Atommüll sei daher auch bei der Kernfusion nicht geklärt.

"Was die Atomenergie betrifft, so gibt es in Österreich eindeutige Beschlüsse, Vereinbarungen und Positionen, in denen Ziele wie eine nachhaltige Energieversorgung, die Eliminierung der Förderung der Nuklearenergie oder der Ausstieg der Kernenergie in Europa festgehalten werden", führte Gorbach aus. Er begrüße darum die kritische Haltung seines Staatssekretärs in Brüssel und betonte, dass die FPÖ in der Frage der nuklearen Energienutzung auch weiterhin ihre kritische Haltung sowohl in Österreich als auch in Brüssel beibehalten werde. (APA)

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