Wie sieht der Schi der Zukunft aus?

3. Dezember 2004, 20:58
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Forschungen dazu an der Universität Salzburg im neuen Christian Doppler Labor "Biomechanics in Skiing"

Salzburg - Wie sieht der Ski der Zukunft aus? An dieser Frage arbeiten Sportwissenschafter der Universität Salzburg im neuen Christian Doppler Labor "Biomechanics in Skiing", das am Freitag in Rif eröffnet wird. Die biomechanischen Analysen seien anwendungsorientierte Grundlagenforschung, erläuterte Erich Müller, Leiter des Interfakultären Fachbereichs Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Salzburg im Gespräch. Die Ergebnisse fließen bei der Neu- und Weiterentwicklung von Alpin- und Langlaufskiern sowie Snowboards ein.

Christian Doppler Labors dienen der Grundlagenforschung und sollen die Zusammenarbeit der Universitäten mit Unternehmen unterstützen. Vom Bund erhält das Christian Doppler Labor 175.000 Euro, den gleichen Betrag stellt Atomic als Wirtschaftspartner zur Verfügung. Zwischen den Sportwissenschaften in Salzburg und dem Skihersteller Atomic gibt es schon seit vielen Jahren eine enge Kooperation.

Veränderter alpiner Skilauf

Härtere Pisten, kürzere Schwungradien, größere Kurveninnenlage und höhere Geschwindigkeiten: Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich der alpine Skilauf stark verändert. Stärker taillierte Ski und ein erhöhter Stand durch das Einfügen von Bindungsplatten haben auch die Bewegung der Sportler verändert. Diese Veränderungen werden im Rahmen von biomechanischen Analysen untersucht.

Bei der Entwicklung der Sportgeräte sei die Industrie vorwiegend auf Erfahrungswissen und auf Versuch und Irrtum angewiesen gewesen, weiß Müller. Im neuen CD-Labor differenzieren die Forscher bei ihren Analysen nach unterschiedlichen Zielgruppen - Kinder, Erwachsene, schlechte und sportliche Skifahrer, Frauen und Männer - und nehmen die dabei auftretenden Belastungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates genauestens unter die Lupe. Durchgeführt werden solche Analysen im alpinen Skilauf, bei Snowboardern oder bei Langläufern.

Anforderungsprofile für Sportgeräte

In einem zweiten Schritt werden auf Basis der Analyseergebnisse Anforderungsprofile für Sportgeräte entwickelt, erläuterte Müller. In dieser Phase wird eng mit der Entwicklungsabteilung von Atomic zusammengearbeitet. In der nächsten Stufe geht es dann um die konkrete Entwicklung von neuen Produkten oder um Veränderungen bei bestehenden Sportgeräten. Diese werden dann in der Praxis wieder biomechanischen Analysen unterzogen, um Vergleiche anstellen zu können. (APA)

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