Zwischen Orient und Okzident

3. Oktober 2005, 15:30
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Syrien ist eine vielseitige und noch unberührte Tourismusdestination und Schnittpunkt verschiedenster Völker und Kulturen

Syrien, seit jeher Bindeglied zwischen Orient und Okzident, ist eine wahre Fundgrube für touristische Schätze. Das Land hat aber dennoch seine Authentizität und Unberührtheit bis heute bewahrt. Die rund 18 Millionen Einwohner zählende Destination steht touristisch erst am Anfang und damit vor der Herausforderung, den Spagat zwischen Qualitätsdestination und Massentourismus zu schaffen.

Seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte gilt Syrien als Schnittpunkt verschiedenster Völker und Kulturen und ist Schauplatz wechselvoller Geschichte. In Syrien lebten Aramäer, Phönizier, Perser, Seleukiden, Römer, Kreuzritter, Mongolen, Osmanen, Griechen, Hethiter, Assyrer und Sumerer. Das Land ist auch ein Beispiel für das Nebeneinander verschiedenster Religionsgemeinschaften wie Sunniten, Schiiten, Ismailiten, Alawiten, Drusen und Christen. Rund 85 Prozent der Bevölkerung sind heute Moslems, 15 Prozent Christen. In Damaskus gibt es daneben sogar eine kleine jüdische Gemeinschaft.

Aleppo und Damaskus zählen zu den ältesten Städten der Welt und wurden um 3.000 vor Christus gegründet. Die Altstadt von Damaskus wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ein Höhepunkt des Nationalmuseums sind die einzigartigen Fresken der Synagoge von Duro Europos aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Die ab 661 nach Christus erbaute Omayaden-Moschee gehört zu den prächtigsten der islamischen Welt. Die Basare von Aleppo und Damaskus - beide Städte lagen an der Seidenstraße - locken seit Jahrtausenden Händler an, in den überdachten Gassen der so genannten Souks trifft man auf einen Gerüche-Mix von Gewürzen, Feigen, Rosinen, Nüssen, Mandeln, Pinienkernen, Pistazien, Kaffe und Tee. Hier werden Erinnerungen an "1001 Nacht" wach.

Auch außerhalb der großen Städte kann Syrien mit touristischen Highlights aufwarten. Der "Crak des Chevaliers" gilt als die besterhaltene Kreuzritterburg aus dem Mittelalter. Das kleine Bergdorf Maloula auf 1.650 Meter Seehöhe ist eines der letzten Orte, wo noch Aramäisch gesprochen wird, "die Sprache Christi". Die antike Ruinenstadt Palmyra in der syrischen Wüste ist eine der eindrucksvollsten Stätten des Morgenlandes.

Syrien hat neben wilden Gebirgen, fruchtbaren Flusstälern und einer ausgedehnten Wüstenlandschaft auch 172 km Küste zu bieten. Eine massentouristische Badedestination wird Syrien allerdings nie werden, schon allein deshalb, weil die syrischen Strände laut einer Studie des World Wide Fund zu den "fast total zerstörten" Küstenabschnitten des Mittelmeers gehören.(apa)

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    Auch die Römer besiedelten Syrien

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