20 Jahre Forschung an der künstlichen Intelligenz

1. Dezember 2004, 12:52
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Bundespräsident Fischer nimmt an Jubiläumsfeier des ÖFAI teil - Institut von Robert Trappl geleitet

Wien - Das Österreichische Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) besteht seit 20 Jahren. Grund genug, dass auch Bundespräsident Heinz Fischer der Jubiläumsfeier am Mittwoch in Wien beiwohnt. Fischer war als Wissenschaftsminister 1984 gleichsam einer der Geburtshelfer für das ÖFAI.

Das Institut ist damals als Schwerpunktinstitut für Artificial Intelligence (AI) im Rahmen des von Fischer beantragten Förderungsprogrammes "Mikroelektronik und Informationsverarbeitung" eingerichtet worden. Gründer war der das Institut bis heute leitende Psychologe, Soziologe und Elektronikingenieur Robert Trappl. Er gilt als einer der Pioniere der Kybernetik in Österreich.

Die Anfänge

Als einer der ersten Forschungsschwerpunkte des ÖFAI zählte die Symbolverarbeitung, die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Die Maschine sollte u.a. lernen, Texte zu verstehen. Nachdem die Maschinen dann - mehr oder weniger - Schriften und Symbole lesen gelernt hatten, wartete die nächste Herausforderung auf die AI-Experten: Die Computer sollten auch nicht-symbolische Strukturen - beispielsweise menschliche Gesichter - erkennen lernen. Ein Vorhaben, das die Experten wohl noch einige Zeit beschäftigen wird.

Es war die EDV selbst, welche die Kreation so genannter Agenten nötig machte. Durch die Computer wuchsen nämlich die Datenbanken auf unüberschaubare Größen an. Nun war es nötig, selbstständige Programme zu konstruieren, die sich etwa in Datennetzen auf den Weg machen und gewünschte Informationen suchen, finden und seinem menschlichen Auftraggeber präsentieren. Heute durchsuchen solche Agenten etwa das Internet.

Künstliche Gefühle

Als nächste Herausforderung für die AI-Experten sollten und sollen Maschinen lernen, Emotionen zu erfahren - und zu zeigen. Es hatte sich nämlich immer mehr herausgestellt, dass Emotionen ein wichtiges Hilfsmittel der Intelligenz sind, um bestimmte Ziele zu erreichen. Oder anders ausgedrückt: Ein gefühlvoller Computer kann wesentlich besser auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen als eine völlig logische aber kalte Maschine.

Stolz ist man am ÖFAI auf die eigene Finanzierung. So stammen von den Einnahmen von 1.188.990 Euro im Jahr 2003 lediglich sieben Prozent aus der Basisfinanzierung. 29 Prozent wurden über Projekte des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und beachtliche 45 Prozent über EU-Projekte eingeworben. Derzeit arbeiten am Institut 27 angestellte Wissenschafter, sieben Forscher auf Werkvertragsbasis und noch weitere drei administrativ-technische Mitarbeiter.(APA)

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