Der verheimlichte Aussichtsturm

    13. November 2004, 13:13
    posten

    Eng und steil, aber lohnend: Der "Aufstieg" auf die Warte am Sonnenberg

    Auf dem Sonnenberg, dem höchsten Punkt des Leithagebirges, steht nahe dem weithin sichtbaren Fernsehsender auch eine Aussichtswarte, die in keiner Karte verzeichnet ist und zu der kein Wegweiser führt, obgleich sie direkt neben dem markierten Pfad liegt. Vielleicht scheut man sich, den Wanderern die Existenz des stählernen Turmes zur Kenntnis zu bringen, weil der Anstieg zur Plattform überaus steil und so eng ist, dass man den Rucksack am besten nicht mitnimmt, um auf der Leiter nicht stecken zu bleiben. Die Belastungsgrenze der Plattform ist mit 450 kg angegeben, genug also auch für gut genährte Besucher, sofern sie keinen allzu großen Bauch haben.

    Eine Besteigung der Warte zahlt sich trotzdem aus, denn die Rundsicht ist großartig: Sie reicht vom Neusiedler See bis zu den Hochalpen mit Schneeberg und Wechsel, zum Ödenburger Gebirge, über das Wiener Becken zu den Wienerwaldbergen sowie ins Donautal unterhalb von Wien und ins Marchfeld.

    Touren im Leithagebirge erweisen sich stets als wenig anstrengend, selbst wenn man den Höhenzug – wie hier – zweimal überschreitet, denn steile Abschnitte gibt es nicht, auch die Höhenunterschiede halten sich in Grenzen. Auf einer Wegtafel nahe dem Friedhof von Hornstein ist zwar die Gehzeit bis Eisenstadt mit fünf Stunden vermerkt, die Angabe gehört jedoch ins Reich der Fantasie, man braucht höchstens die Hälfte. Sonst stimmen Wegweiser und Markierungen.

    Die Route:

    Vom Friedhof in Hornstein folgt man der blauen Markierung, die gemächlich bergauf führt. Vorsicht: Beim Schusterkreuz bleibt man nur kurz der Forststraße und hält sich dann geradeaus. Gemütlich wie der Anstieg ist auch der Abstieg nach Eisenstadt, das man nach 2½ Stunden ab Hornstein erreicht.

    Beim Rückweg wählt man die rote Markierung am Ende der Gloriette-Allee und steigt über die Gloriettewarte auf. Man gelangt zum Burgenland-Weitwanderweg (rot-gelb), folgt diesem ein Stück nach links und wählt "Beim Juden" die rote Markierung Richtung Hornstein. Zuerst durch eine Schneise, später diese nach rechts verlassend gelangt man zum Gipfel des Sonnenbergs und gleich darauf zur Warte. Die rote Markierung führt nach Hornstein zurück. Gehzeit ab Eisenstadt 2½ Stunden. Die Runde lässt sich um rund zwei Stunden verkürzen, wenn man vom höchsten Punkt des Aufstiegs auf der grünen Markierung nach links direkt zum "Beim Juden" wandert.

    Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied knapp über 300 m. Gaststätten in Eisen- stadt und Hornstein. Bundes- amtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 77 (Eisenstadt) (DER STANDARD, Printausgabe vom 13./14.11.2004)

    Von
    Bernd Orfer
    • Artikelbild
      grafik: der standard
    Share if you care.