Sioux fordern Namensänderung des "Crazy Horse"

19. Oktober 2004, 10:23
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Pariser Erotik-Cabaret erregt Anstoß bei Nachfahren des legendären Häuptlings

Paris - Das Pariser Erotik-Cabaret "Crazy Horse" erregt Anstoß bei Nachfahren des gleichnamigen Indianerhäuptlings. Verärgert sind die Oglala-Sioux vor allem über den Namen des Lokals und darüber, dass die Nackttänzerinnen lange Federn auf dem Kopf tragen. Mit einer Federhaube erschien am Samstag Alfred Red Cloud vor dem "Crazy Horse" und erklärte, dem Touristenmagneten im Herzen der Seine-Metropole fehle "die Achtung vor der Kultur und den Vorfahren" seiner Familie.

Der charismatische Kriegshäuptling Crazy Horse hatte bei den Indianerkriegen 1876 die Oglala-Sioux unter anderem in die Schlacht am Rosebud Creek geführt. Er war nach seiner Kapitulation 1877 von Soldaten in Fort Robinson mit einem Bajonett erstochen worden.

Red Cloud übergab der Führung des "Crazy Horse" einen Brief von Harvey White Woman, dessen Vorfahr Little Hawk ein Onkel von Crazy Horse gewesen war. Darin heißt es, Crazy Horse stehe für seinen mutigen Kampf gegen die US-Armee, "damit sein Volk in der Tradition und der Kultur leben kann, die wir heute weiter ehren". Er habe im US-Fernsehen das Pariser Nachtlokal gesehen, "in dem die Frauen offenbar Federfrisuren tragen". Das sei empörend. (APA/dpa)

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    Das Crazy Horse in Paris

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