Hintergrund: Schwere Seilbahn- und Liftunglücke seit 1992

27. Oktober 2004, 00:08
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Immer wieder Unfälle in Österreich - Größte Katastrophe in Kaprun im November 2000

Wien - Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren auch in Österreich zu Seilbahnunfällen. Die bisher größte Katastrophe ereignete sich am Vormittag des 11. November 2000 im Tunnel der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn in Kaprun in Salzburg: In der bergwärts fahrenden Garnitur "Kitzsteingams" brach ein Brand aus. In dem Flammeninferno starben insgesamt 155 Menschen. Die Standseilbahn wurde nie wieder in Betrieb genommen.

Aufsehenerregende Unglücksfälle seit 1992:

- 29. Jänner 1992 auf dem Kärntner Naßfeld: Das Seil des Tröglliftes springt bei der Stütze 9 aus der Führungsrolle, zahlreiche Personen stürzen in die Tiefe. Vier Menschenleben und neun zum Teil schwer Verletzte sind zu beklagen. Mehr als 100 Personen müssen geborgen werden. - 21. September 1992: Vier Angestellte der Sonnenkopfbahn in Klösterle in Vorarlberg stürzen beim Transport eines Skiträgers ab und werden schwer verletzt. - 6. Februar 1993: Ein Fünfjähriger aus Maurach am Achensee in Tirol wird bei einer Fahrt mit einem Babylift in seiner Heimatgemeinde fast erdrosselt: Der Schal des Bubens bleibt am Zugseil hängen, ein Liftwart kommt in letzter Sekunde zu Hilfe. - 8. Februar 1993: Ein 13jähriger rutscht beim Versuch, einen verlorenen Skistock zu holen, in der Trasse der Sonnwendjochbahn bei Kramsach in Tirol tödlich aus. - 19. Dezember 1993: Bei einem Zusammenstoß zweier Gondeln auf dem Hochzeiger im Tiroler Pitztal kommt ein 47jähriger ums Leben. Eine Untersuchungskommission schreibt das Unglück menschlichem Versagen zu. - 27. Jänner 1995: Am Klippitztörl bei Bad St. Leonhard in Kärnten reißt auf dem Hohenwart-Schlepplift ein Seil. Fünf Skifahrer kommen durch herabstürzende Bügel zu Schaden. - 19. Februar 1995: Ein Sturz in der Schleppliftspur auf dem Ostermaislift in St. Martin am Tennengebirge in Salzburg kostet ein Siebenjährigen das Leben. Der Bub wurde durch die Skispitzen eines nachfolgenden Passagiers tödlich verletzt. - 24. Februar 1995: Ein Sechsjähriger wird auf dem Babylift am Sonnenlifthang auf der Petzen Kärnten nach dem Bruch eines Bolzens durch ein Schleppseil am Kopf schwer verletzt. - 5. Jänner 1997: Fünf Menschen werden auf dem Kärtner Goldeck schwer verletzt, als durch einen falsch montierten Bolzen das Seil des Seetal-Doppelsesselliftes aus der Führung springt. - Am selben Tag wird ein Zehnjähriger auf einem Schlepplift auf dem Stubeck in Gmünd Kärnten von einem talwärts fahrenden Bügel getroffen und schwer verletzt. - 20. Jänner 1997: Bei einem Schlepplift in Treffling bei Seeboden Kärnten reißen Bügeltrag- und Zugseil, acht Schüler tragen Blessuren davon. - 29. Jänner 1997: Durch einen Seilriß beim Schlepplift auf dem Aineck in St. Michael im Lungau Salzburg stürzen zwei Urlauber und reißen mehr als ein Dutzend Personen talwärts mit, drei werden schwer verletzt. - 11. März 1997: Im Skigebiet Mellau im Bregenzerwald kommt ein deutscher Urlauber bei der Bergfahrt mit dem Schlepplift zu Sturz und rammt zwei nachfolgende Passagiere. Er stirbt an schweren Kopfverletzungen.

(APA)
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