Trotz dem Aus für "Hire und Fire" auf ProSieben: RTL steht zu "Big Boss"

27. Oktober 2004, 11:26
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"Unser Konzept ist ganz anders" - Es gehe um Berufe, mit denen die Zuschauer etwas anfangen könnten - Start am 26. Oktober

Einen Tag nach dem Aus für "Hire or Fire" auf ProSieben hält RTL an seinen Plänen für die Karriereshow "Big Boss" fest. "Unser Konzept ist ganz anders", sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer am Mittwoch in Köln. Mit Bayer Leverkusens Ex-Manager Reiner Calmund gebe es einen Moderator, den jeder kenne. Außerdem gehe es um Berufe, mit denen die Zuschauer etwas anfangen könnten. RTL hat zwar ein Quotenziel, das "Big Boss" erreichen soll, es wird aber nicht im Vorhinein genannt.

RTL geht mit seiner Sendung "Big Boss" am 26. Oktober an den Start. ProSieben hatte "Hire or Fire" am Dienstagabend nach nur einer Sendung mit sofortiger Wirkung wieder eingestellt. Als Grund nannte der Münchner Privatsender die geringe Zuschauerquote von sechs Prozent in der werberelevanten Gruppe von 14 bis 49 Jahren. "Das ist, gelinde gesagt, desaströs", schrieb die "Berliner Zeitung".

Gottschalk kritisiert "künstliche Situationen"

Entertainer Thomas Gottschalk kritisierte, dass in den neuen Shows wie "Hire or Fire" künstliche Situationen geschaffen würden, die das reale Leben nicht biete. "In Amerika ist es kein Problem, einen Donald Trump als erfolgreichen Unternehmer im TV zu präsentieren und um ihn eine Show zu stricken. Solche Shows werden einfach von deutschen Sendern eingekauft, als neue Errungenschaft angepriesen."

Filmproduzent und Medienexperte Lutz Hachmeister sagte, "Hire or Fire" habe sich zu sehr auf das Medium Fernsehen bezogen und das Publikum ausgeschlossen. "Die Show fand in einer artifiziellen Umgebung statt", sagte Hachmeister. "Vor fünf Jahren beim Boom am Neuen Markt hätte sie vielleicht noch funktioniert. Die Zielgruppe, die für die Sendung in Frage gekommen wäre, hat sich mittlerweile aufgelöst." (APA/dpa)

  • Reiner Calmund
    foto: rtl

    Reiner Calmund

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