BA-CA: Neue Runde im Dienstrechtstreit

30. September 2004, 19:35
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Die Mitarbeiter werden eingebunden

Wien - Die ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) über die Dienstrechtsreform werden diese Woche neuen Schub bekommen.

Für Mittwoch hat der Betriebsrat unter seiner Vorsitzenden Hedwig Fuhrmann zur großen Mitarbeiterversammlung im Wiener Gasometer gerufen. Thema: Bericht über den Stand der Gespräche und Beratschlagung, wie es nun weiter gehen soll.

Gleiche Kosten für weniger Personal

Der Vorstand will die Personalkosten in Griff bekommen. Sein Argument: Der Mitarbeiterstand sei von 1997 bis 2003 um ein Viertel gesunken, der Personalaufwand aber mit 920 Mio. Euro ungefähr gleich geblieben.

Zudem sollen in der Betriebsvereinbarung verankerte Goodies wie kürzere Arbeitszeit (de facto 37 Stunden statt 38,5 im Sparkassensektor), anachronistische Zulagen und letztlich auch das Definitivum fallen.

Am 9. September wurden die Verhandlungen ergebnislos unterbrochen: Der Betriebsrat hatte sich geweigert, ein Kompromisspapier zu unterzeichnen. Er fühlt sich unter Zeitdruck gesetzt, der Vorstand wolle neben dem Dienstrecht für Neue auch "tiefe Einschnitte für bereits jetzt Beschäftigte" umsetzen.

Sonderregelungen für neue Mitarbeiter

Was der Vorstand laut Kompromisspapier plant: "Für Mitarbeiter, die ab 1. Oktober in die BA-CA aufgenommen werden, sollen im bestehenden Dienstrecht Sonderregelungen getroffen werden, die vor allem in den Bereichen Entgelt, Arbeitszeit, Urlaub und Kündigungsschutz (Definitivum) eine Angleichung an das KV-Niveau erwirken."

Und, so der BA-CA-Vorstand zu den "bestehenden Dienstverhältnissen": In "nominelle Bezüge von Mitarbeitern der BA-CA soll nicht eingegriffen werden." Die bisherige Gehaltssystematik solle "bis zum Abschluss von KV-Verhandlungen des Sparkassensektors, längstens jedoch bis 31.12.2004 beibehalten werden ... Die Dynamik der künftigen, automatischen Bezugsentwicklung soll durch noch im Detail auszuverhandelnde Maßnahmen eingedämmt werden".

Gewerkschaft: Flexibilität mit Grenzen

Genau das geht Betriebsratschefin Fuhrmann zu weit: "Wir sind zu Veränderungen und Flexibilisierung bereit, aber mit klaren Grenzen. Bei den vom Vorstand geplanten substanziellen Einschnitten in bestehende Dienstverhältnisse scheiden sich die Geister." Trotzdem sei man "jederzeit zu Gesprächen bereit".

Insofern wenigstens ist man sich mit dem Vorstand einig. Er lässt ausrichten, dass es "keine Ultimaten gibt und unsere Türen für konkrete Gespräche offen stehen." (gra/DER STANDARD Printausgabe, 28.09.2004)

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