Klagenfurter Salmonellen-Skandal: Noch immer keine Anklagen

23. September 2004, 22:35
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Über 100 Gäste sind im Sommer an Salmonellen erkrankt - neben dem Hygienegutachten wurden jedoch bisher kaum Schritte eingeleitet

Klagenfurt - Im Sommer 2003 waren in Klagenfurt über 100 Personen an Salmonellen erkrankt. Sie hatten zuvor im Restaurant des Strandbades gegessen. Seit über einem Jahr ermittelt die Justiz. Eine Entscheidung, ob und gegen wen und wegen welcher Delikte Anklage erhoben wird, ist noch nicht gefallen. Ermittelt wird gegen den damaligen Restaurantbetreiber, dessen Sohn und das Städtische Marktamt.

Inzwischen liegt ein Hygienegutachten vor, in welchem die Verdächtigen schwer belastet werden.

Kritik an Untätigkeit

"Bürgermeister Scheucher und Vizebürgermeister Canori sollen sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und nicht hinter den Ermittlungen des Gerichtes verstecken", betonte Gesundheitsstadträtin Mathiaschitz-Tschabuschnig (S).

Sie fordert die Wiederaufnahme und korrekte Durchführung des Disziplinarverfahrens gegen den Marktamtsleiter, die Offenlegung des internen Berichtes über die Arbeitsweise des Marktamtes. Klagenfurt erfüllt diese Auflage derzeit nicht. Es gebe auch keine öffentliche Ausschreibung des Cafes am Lotusteich, welches nach wie vor geschlossen sei.

Die "Kärntner Tageszeitung" berichtet, dass ein an Salmonellen erkrankt gewesener Urlauber aus Oberösterreich von der Stadt 4.900 Euro Schmerzensgeld fordere. Für den Fall, dass nicht bezahlt wird, drohe er mit einer Zivilklage. (APA)

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