Chinesische Pop-Tourneen mit Hindernissen

28. September 2004, 20:17
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Elton John ist in Taipeh empört über "fiese, eklige Schweine" - Alicia Keys findet in Peking "alles so historisch"

Taipeh / Peking - So hatte sich Elton John seinen Auftritt in Taipeh wahrscheinlich nicht vorgestellt. Als er am Donnerstag am Chiang-Kai-Shek-Flughafen aus seinem Privatflugzeug stieg, wurde er von einer Meute Journalisten empfangen, die von der Polizei nicht zurück gehalten wurde.

Der englische Popstar mit Adelstitel konnte nicht an sich halten. "Ihr fiesen, ekligen Schweine!" schrie er die Fotografen um sich herum an. Auf den Zuruf eines Reporters, warum er dann nicht wieder gehe, antwortete er: "Wenn Taiwan voll ist von Leuten wie Dir, verschwinde ich auch gleich wieder!"

Elton John zog sich zunächst wütend in seinen Jet zurück und soll tatsächlich mit dem sofortigen Abflug gedroht haben. "Trotz dieses schrecklichen Empfangs ist er motiviert und freut sich auf den Auftritt", sagte ein Sprecher des Popstars in einer Stellungnahme.

Das geplante Konzert am Donnerstagabend fand dann aber doch statt, und nach dem ersten Song sagte John vor den 17.000 Fans: "Es tut mir Leid, was am Flughafen passiert ist. Wir sind glücklich hier zu sein." Taipeh war Johns dritte und letzte Tourneestation in Fernost nach Schanghai und Hongkong.

Elton John ist nicht der erste ausländische Popstar, der von taiwanesischen Reportern überrumpelt wurde. 2001 rannte Robbie Williams auf der Flucht vor aggressiven Fotografen durch die Ankunftshalle des Flughafens von Taipeh.

Konzert an der Mauer

Alicia Keys, Cyndi Lauper und andere Stars geben am Samstag ein Konzert vor der Chinesischen Mauer. Bei ihrer Ankunft in China gaben sich die beiden amerikanischen Superstars große Mühe, ihre Ehrfurcht vor der Landeskultur auszudrücken. "Außerhalb von Amerika ist alles so historisch", sagte die Grammy-Gewinnerin Keys am Donnerstag in Peking. Es ist das erste Konzert, das die Sängerin in China gibt.

Für Lauper ist es nicht das erste Mal, dass eine Mauer die Kulisse für einen ihrer Auftritte ist. Schon 1989 spielte sie an der Berliner Mauer. So wie sie damals vom Fall dieses Bauwerks begeistert gewesen sei, erfreue sie sich heute an der Tatsache, dass die Chinesische Mauer noch stehe, sagte Lauper: "Es ist unglaublich, dass zwei Millionen Hände diese Mauer errichtet haben.

Ein Teil der Erlöse kommt einem chinesischen Kinderhilfswerk zugute. "Die Botschaft des Konzerts ist Frieden", sagte einer der Veranstalter. (APA/AP)

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    Alicia Keys in Peking

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