Wie rot-weiß-roter Strom entsteht

4. Februar 2005, 11:13
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  • 21. 9. 99: Verbund, EStAG und Energie AG OÖ schließen eine "Grundsatzvereinbarung über eine österreichische Stromlösung (ÖSL)." Das Projekt wird unter dem Namen "Energie Austria" bekannt.

  • 7. 3. 00: Die "Energie Austria GmbH" wird ins Firmenbuch eingetragen.

  • 13. 7. 00: Der Verbund-Aufsichtsrat stimmt der Bildung der Energie Austria zu. Das endgültige Beteiligungsverhältnis wird ausverhandelt: Die Verbund soll 52,8 %, die Energie AG OÖ 24 % und die EStAG 23,2 % an der Gesellschaft erhalten.

  • 8. 9. 00: In der außerordentlichen Hauptversammlung des Verbundes scheitert das Projekt Energie Austria an der Sperrminorität von EVN, Wiener Stadtwerke und TIWAG.

  • 9. 7. 01: Verbund und der deutsche Stromkonzern e.on geben in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzler Schüssel und Wirtschaftsminister Bartenstein bekannt, die European Hydro Power (EHP), eine gemeinsame Wasserkraft-Gesellschaft, gründen zu wollen. Der Verbund soll daran 63 Prozent, e.on 37 % erhalten.

  • 16. 7. 01: Der Verbund-Aufsichtsrat genehmigt die European Hydro Power (EHP).

  • 24. 7. 01: Gründung der Energie Allianz Austria GmbH, ein Zusammenschluss von EVN (31,5 %), Wien Energie (31,5 %), Energie AG OÖ (17 %), Linz AG (10 %), BEWAG (7 %) und BEGAS (3 %).

  • 16. 11. 2001: Kartellgericht gibt grünes Licht für die Energie Allianz Austria GmbH.

  • 15.1.02: EU-Kommission stimmt Gründung der European Hydro Power (EHP) zu.

  • 13.2.02: "Stromgipfel" auf Einladung Minister Bartensteins. In der Folge beginnen die Verhandlungen über die österreichische Stromlösung.

  • 26.4.02: Nachdem vorzeitig bekannt wurde, dass diese Kooperation zwischen Verbund und Energie Allianz erfolgreich verhandelt wurde, gibt e.on seinen Rückzug aus der geplanten EHP bekannt.

  • 29.4.02: Kanzler und Wirtschaftsminister präsentieren gemeinsam mit den Landeshauptleuten von Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland die "Österreichische Stromlösung".

    Diese sieht vor, dass Verbund und Energie Allianz zwei gemeinsame Gesellschaften gründen, wovon eine die Kraftwerke von Verbund und Energie Allianz verwaltet. In dieser Gesellschaft hat der Verbund eine zwei Drittelmehrheit.

    Die zweite Gesellschaft - hier hat die Energie Allianz die Zweidrittelmehrheit - wird Großkunden und einzelne Energieunternehmen beliefern und ihrerseits den Strom von der ersten Gesellschaft beziehen.

  • 5.7.02: Minister Bartenstein verkündet im Rahmen einer PK die Unterschriftsreife der Verträge für die österreichische Stromlösung.

  • 20.12.02: Anmeldung des Zusammenschlussvorhabens gemäß Art. 4 der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 ("Fusionskontrollverordnung") bei der EU-Kommission

  • 11.6.03: Die EU-Kommission erklärt den angemeldeten Zusammenschluss, durch den die Unternehmen Verbund, EVN, Wien Energie, Energie Oberösterreich, BEWAG und Linz AG die gemeinsame Kontrolle bei den Unternehmen e&s GmbH und Verbund Austrian Power Trading AG übernehmen, als mit dem gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen unter diversen Auflagen für vereinbar. (vk/DER STANDARD Printausgabe, 23.09.2004)
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