Hintergrund: Anzeigen nach dem Waffengesetz sinken

29. September 2004, 22:43
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Mehr gemeldete Fälle nach dem Kriegsmaterialiengesetz - Österreich sowohl Transit- als Zielland für illegalen Waffenhandel

Wien - Die Gesamtzahl der Anzeigen nach dem Waffen- und Kriegsmaterialiengesetz sowie nach dem Paragraf 280 Strafgesetzbuch (Ansammeln von Kampfmitteln) sinken. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht 2004 hervor, der das Vorjahr als Berichtszeitraum umfasst. Demnach waren es gesamt 520 Anzeigen im Vorjahr gegenüber 652 im Jahr 2002. Im Jahr 1997 waren es noch 1.517 angezeigte Fälle.

Erhöht hat sich gegenüber 2002 die Zahl der nach dem Kriegsmaterialiengesetz angezeigten Fälle im Jahr 2003 - von zehn auf 18. Zum Vergleich: 2001 waren es ganze vier, 2000 immerhin 15.

Transit- und Zielland

Laut Verfassungsschutzbericht ist Österreich sowohl Transit- als auch Zielland für den illegalen Waffenhandel. Manche illegale Waffenlieferungen wurden durch internationale Kooperationen bereits in den Ursprungs- oder anderen Transitländern sichergestellt. In Österreich gab es einen besonders spektakulären Fall in Oberösterreich, wo unter anderem zwei Maschinengewehre, 38 Maschinenpistolen, acht Pumpguns, 31 Schalldämpfer für verschiedene Schusswaffen, ca. 300 weitere Waffen verschiedenster Kategorien, 430 Waffenteile und ca. 50.000 Stück Munition verschiedenen Kalibers sichergestellt wurden. Ein Teil dieser Waffen stammte aus dem benachbarten Ausland.

Funde

Insgesamt wurden im Vorjahr unter anderem 14 Maschinengewehre, 47 Maschinenpistolen, acht Pumpguns, 53 Langwaffen, 28 Faustfeuerwaffen, 31 Schalldämpfer für Schusswaffen, ca. 300 Waffen unterschiedlichster Kategorien, weitere 430 Waffenteile, eine Panzerfaust, 15 Handgranaten, 30 sonstige Granaten, ca. 54.000 Stück Munition, 50 Kilogramm stark korrodierte Munition, 2,45 kg Sprengstoff, 28 elektrische Sprengzünder und Zubehör wie (Bajonette, Lafetten, Läufe) sowie verbotene Waffen (Schalldämpfer, Schlagringe und Ähnliches) sichergestellt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erwartete einen weiteren Rückgang des illegalen Waffenschmuggels nach Österreich - vor allem wegen verstärkter internationaler Kooperationen und wegen des EU-Beitritts der Nachbarstaaten. (APA)

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