Ginkgo bei Morbus Alzheimer

1. Oktober 2004, 12:22
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Klinische Studien beweisen zumindest bei geringen Defiziten Wirksamkeit - der Vorteil: Es gibt keine Nebenwirkungen

Wien/Linz - In den vergangenen Jahren gab es regelmäßig heftige Diskussionen rund um die Wirksamkeit des Ginkgo biloba-Extraktes EGb 761 bei Hirnleistungsstörungen (Demenz). Laut US-Experte Pierre Louis Bars, der am vergangenen Wochenende beim Geriatriekongress in Bad Ischl eine Vortrag hielt, ist die Wirksamkeit in mehreren klinischen Studien bewiesen worden.

"Selbst wenn man frühe EGb-Studien ausscheidet, gibt es aus Literatur-Analysen genügend verlässliche Daten, welche die Effektivität des Mittels in der Behandlung von Hirnleistungsstörungen belegen. Bei der Hälte von untersuchten Alzheimer-Patienten zeigte sich nach einer sechs Monate andauernden Behandlung eine Besserung - zumindest, wenn die Defizite gering waren", erklärte der Experte. Dauer der Therapie und Dosis würden die Wirksamkeit entsprechend beeinflussen.

Insgesamt, so Bars, ist der Effekt des Gingko-Extraktes bei Morbus Alzheimer etwas geringer als jener der modernen Cholinesterase-Hemmer, die bei milder bis moderater fortschreitender Demenz dieses Typs eingesetzt werden. Bars: "Bei solchen moderaten Ergebnissen sollte man aber einrechnen, dass alle Alzheimer-Medikamente derzeit ein sehr beschränktes Potenzial aufweisen und ihr Einsatz auf Grund einer Abwägung von Nutzen und Nebenwirkungen erfolgen sollte. Hier bietet der Ginkgo-Extrakt sogar den größten Vorteil, weil er eine optimale Sicherheit aufweist." (APA)

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    derstandard.at
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