Sicherheitsbehörden planten Sturm auf Schule in Beslan

24. September 2004, 21:59
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Geheimdienst-Chef: "Wir planten einen Sturm, waren aber im genauen Moment nicht fertig"

Moskau - Die russischen Sicherheitsbehörden hatten entgegen bisheriger Angaben einen kontrollierten Sturm auf die besetzte Schule in der nordossetischen Stadt Beslan vorbereitet. "Wir planten einen Sturm, waren aber im genauen Moment nicht fertig", zitierte am Montag ein Mitglied des Föderationsrates den Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew. Patruschew wurde vom Föderationsrat, dem russischen Oberhaus, über den Hergang des Geiseldramas befragt.

Bisher Sturmpläne dementiert

Bisher hatten die russischen Behörden stets beteuert, es hätten keine Pläne für eine gewaltsame Erstürmung der Schule existiert. Die Erstürmung der Schule war chaotisch abgelaufen, auch bewaffnete Bewohner der Stadt hatten in die stundenlangen Schießereien eingegriffen. Bei der Geiselnahme wurden amtlichen Angaben zufolge mindestens 339 Menschen getötet, die meisten von ihnen eben beim Sturm auf die Schule.

Der Geheimdienstchef erklärte den Mitgliedern des russischen Oberhauses demnach außerdem, die russische Regierung habe während des Geiseldramas die genaue Zahl der Geiseln nicht mitgeteilt, weil diese erst "bestätigt" werden musste. Die Behörden hatten während der Geiselnahme von lediglich 354 Geiseln in der Schule gesprochen, während Freigelassene längst von mehr als tausend Menschen in dem Gebäude gesprochen hatten. (APA)

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    Entgegen bisherigen Beteuerungen hat der russische Geheimdienst sehr wohl den Sturm der Schule in Beslan geplant.

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