Sadr-Bewegung bestreitet Entführung von Nationalgardisten

21. September 2004, 08:34
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Erstmals Iraker im Irak entführt - Geiselnehmer verlangen Freilassung von Geistlichem

Dubai - Die radikale Bewegung des irakischen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr hat sich von Geiselnehmern distanziert, die mit der Entführung von 18 Nationalgardisten einen Sadr-Getreuen freipressen wollen. "Wir lehnen Geiselnahmen grundsätzlich ab", sagte Naim al Kaabi, ein Sprecher der Bewegung, am Montag in Bagdad auf Anfrage. Er äußerte jedoch gleichzeitig indirekt Verständnis für die Geiselnehmer. "Vielleicht fühlten sie mit Herrn Hasem el Arraji und lehnen ab, wie die US-Truppen ihn in seinem Haus festgenommen haben", sagte er.

Extremisten verlangen Freilassung von Geistlichem

Eine militante Gruppe, die sich Mohammed Bin Abdullah Brigaden nennt, hatte am Sonntag nach Informationen des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera 18 Mitglieder der irakischen Nationalgarde entführt. Sie verlangt die Freilassung des am Samstag in Bagdad festgenommenen Funktionärs Hasem el Arraji innerhalb von 48 Stunden. Andernfalls werde man die Geiseln töten. Eine Videobotschaft der Entführer, die bisher nicht in Erscheinung getreten waren, wurde am Sonntagabend von Al Jazeera ausgestrahlt. Es ist das erste Mal, dass irakische Soldaten als Geiseln genommen wurden.

Eine andere militante Gruppe droht mit der Ermordung zweier in Bagdad verschleppter Amerikaner und eines Briten, sollten bis Montag nicht alle Frauen aus zwei Gefängnissen im Irak entlassen werden. Eine weitere Extremisten-Gruppe droht mit der Ermordung von zehn Mitarbeitern einer US-türkischen Firma. Die Entführer fordern den Abzug des Unternehmens aus dem Irak.

Radikale Gruppen im Irak haben seit April mehr als 100 Ausländer entführt, um den Abzug ausländischer Truppen und Unternehmen aus dem Land zu erpressen. Viele Geiseln kamen wieder frei, rund 30 wurden jedoch getötet. (APA/Reuters)

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