Rat zum Schutz der Minderheiten

19. September 2004, 22:47
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Premier Montenegros für Trennung nach tschechoslowakischem Modell

Belgrad/Wien - Die serbische Regierung hat am Donnerstag die Bildung eines Nationalrates für Minderheiten beschlossen. Premierminister Vojislav Kostunica erklärte, dass die Bildung des Rates schon seit langem erwogen worden sei - noch ehe die Stellung der ungarischen Minderheit in der nordserbischen Provinz Vojvodina nun auch vor das Europäische Parlament und den Europarat gebracht wurde. Der Rat werde nicht nur mit den jüngsten ethnisch motivierten Zwischenfällen in der Vojvodina, sondern auch mit Fragen befassen, wie solche Vorfälle zu verhindern sind.

Laut Meinungsumfragen kann die ultranationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) bei den Kommunalwahlen am Sonntag 28 Prozent, bei der Wahl des Landesparlaments in der Provinz Vojvodina sogar 37 Prozent erwarten.

Für samtene Scheidung

Dazu sagte der montenegrinische Premier Milo Djukannovic am Freitag in Wien dem STANDARD, er hoffe, dass sich diese Umfragen nicht bewahrheiten und Serbiens "pro-europäischen Kräfte dominierend" sein werden. Djukanovic versuchte in Wien, u.a. im Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer, für die Position der Regierung Montenegros zu werben, die den Staatenbund mit Serbien "nach tschechoslowakischem Modell" friedlich auflösen und sobald wie möglich EU und Nato beitreten will. (APA, est/DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2004)

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