Lateinamerikas Kirche warnt vor ALCA

19. September 2004, 16:35
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Negative Folgen des Freihandels - Bischofsrat sieht Gefährdung von Umwelt und kultureller Identität

Bogota - Der Lateinamerikanische Bischofsrat hat am Mittwoch vor den negativen Folgen des mit den USA vereinbarten Freihandelsabkommens ALCA (Area de Libre Comercio de las Americas) gewarnt. Auf vielfältige Weise würden dadurch Landwirtschaft, Umwelt, das Arbeitsrecht sowie die kulturelle Identität bedroht, erklärten die Bischöfe laut einer Meldung der katholischen Presseagentur Kathpress. Bisherige Freihandelsabkommen würden vor allem multinationale Unternehmen und Wirtschaftseliten in Lateinamerika und in den Industriestaaten begünstigten.

Appell

Die Bischöfe appellierten an die Verhandlungsführer der beteiligten Staaten, bei künftigen Gesprächen auch lokale Gruppen zu beteiligen und deren Interessen wahrzunehmen. Nachteile für die ärmere Bevölkerung, etwa im Landwirtschafts- und Gesundheitssektor, müssten vermieden werden.

In Puerto Rico läuft derzeit eine neue ALCA-Verhandlungsrunde zwischen den USA, Kolumbien, Peru und Ecuador. Die USA drängen auf eine baldige Unterzeichnung des Beitrittsvertrags. Zuletzt hatten die USA, Nicaragua, Honduras, Guatemala, El Salvador und Costa Rica ein solches Abkommen unterzeichnet. Er muss jedoch noch von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. (APA)

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