Arbeitskosten steigen in Österreich langsamer als im EU-Schnitt

30. September 2004, 15:07
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Im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gesunken - Hohe Steigerungen in den neuen EU-Ländern

Luxemburg/Brüssel - Die (nominalen Brutto-)Arbeitskosten pro Stunde steigen in Österreich deutlich langsamer als im Schnitt der Euro- und der EU-Länder. Besonders hohe Anstiege gab es zuletzt in den Beitrittsländern, zeigt die erste Veröffentlichung der Arbeitskosten in der EU für das zweite Quartal 2004 laut EU-Amt für Statistik (Eurostat). Aufgrund gesetzlicher Änderungen sei noch mit mehreren Revisionen der Werte zu rechnen, kündigt Eurostat an.

Mehr Stunden gearbeitet

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2003 sanken die gesamtwirtschaftlichen Arbeitskosten in Österreich laut erster Veröffentlichung um 0,5 Prozent, weil wesentlich mehr Stunden als in der Vorjahresperiode gearbeitet worden seien. Dies gelte sogar nach einer Berücksichtigung der "Kalendereffekte", heißt es in einer Aussendung von Eurostat am Mittwoch. In der Eurozone sind hingegen im Jahresvergleich die Arbeitskosten pro Stunde um 2,2 Prozent gestiegen. EU-weit gab es sogar einen Anstieg um 2,8 Prozent.

Abgesehen von Österreich verzeichneten Deutschland (plus 1,2 Prozent) und die Niederlande (plus 2,1 Prozent) die geringsten Anstiege. Massiv zugelegt haben die Arbeitskosten hingegen in den östlichen Nachbarländern Österreichs: Tschechien plus 3,9 Prozent, Slowakei plus 4,1 Prozent, Ungarn plus 8,4 Prozent (für Slowenien liegen heuer noch keine Werte vor). Spitzenreiter beim Kostenanstieg ist Lettland (plus 10,4 Prozent).

Arbeitskosten in der Industrie ebenfalls gesunken

Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Arbeitskosten in der Industrie, die in Österreich im zweiten Quartal 2004 im Vergleich zur Vorjahresperiode ebenfalls um 0,5 Prozent zurückgegangen sind. Im Schnitt der Eurozone gab es hingegen ein Plus von 2,6 Prozent, im Schnitt der 25 EU-Staaten einen Anstieg um 3,1 Prozent. (APA)

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