AK kritisiert Tarifdschungel der Mobilfunk-Branche

27. September 2004, 15:13
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Konsumentenschützer fordert klarere Angebote und sekundengenaue Abrechnung - Werbung an Grenze der Irreführung

Die AK kritisiert die undurchschaubaren Handy-Tarife. "Es gibt zu viele Preismodelle, die schwer vergleichbaren Angebote versprechen mehr, als sie halten", so AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. Gratis sei nichts. Außerdem würden auch Zusatzkosten, z.B. SMS, Mobilbox, ins Geld gehen. Ein AK Tarifranking aller Handy-Anbieter zeigt: Ein Familientyp vertelefoniert immerhin zwischen 18 und 63 Euro im Monat, ein Jugendlicher sogar zwischen 26 und 69 Euro. Konsumenten sind mit den vielen Angeboten überfordert. Daher verlangt die AK klarere Angebote und eine sekundengenaue Abrechnung der Gespräche.

Kaum Wettbewerb bei Transparenz, Qualität und Service

Rund 7 Millionen Handys sind in Österreich im Umlauf. "Der Wettbewerb findet in der Bewerbung von Preisen und kaum bei Transparenz, Qualität und Service statt", kritisiert Glatz. Viele Handykunden sind mit den verschiedenen Angeboten überfordert. Es gibt zu viele Tarifmodelle, die schwer zu vergleichen sind. Außerdem versprechen die Angebote oft mehr, als sie können: Gratis ist nichts. Die Werbung bewegt sich häufig an der Grenze der Irreführung, die beworbenen Tarife sind z.B. nur für bestimmte Tarifmodelle günstig oder nur in bestimmten Zeiten attraktiv. Das steht im Kleingedruckten. Im TV rast die Schrift mit diesen Hinweisen vorbei.

Unmöglich

Die günstigsten Angebote im Tarifdschungel ausfindig zu machen, ist praktisch unmöglich. KonsumentInnen müssen wissen, wen sie anrufen, also jemanden im eigenen oder im fremden Netz, wann sie telefonieren – zur Haupt- oder Freizeit – und wie lange sie telefonieren. Außerdem darf nicht auf die Zusatzkosten vergessen werden. "Dazu zählen z.B. Kosten für SMS, Mobilbox, bei wechselbereiten Konsumenten nicht selten auch der Umstieg auf andere Tarifmodelle oder ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag", weiß Glatz.

Wegweiser

Die AK hat einen Wegweiser durch den Tarifdschungel von A1, Tele.ring, T-Mobile, One und 3 zusammengestellt. So hat ein durchschnittlicher Familientyp Handykosten zwischen 18 (3Deal 30) und 63 (3Visuell Plus) Euro im Monat und ein jugendlicher Typ zwischen 26 (3Deal 30) und 69 (3Visuell Plus) Euro. Die AK hat beim Familientyp angenommen, dass er 90 Minuten im Monat telefoniert, je 45 Minuten in der Haupt- und in der Freizeit. Dabei wählt er ins Festnetz (25 Prozent), in fremde Netze (30 Prozent), ruft eine bestimmte Nummer (25 Prozent) sowie andere Nummern (20 Prozent) im eigenen Netz an, 10 Mobilboxabfragen, 10 SMS. Der jugendliche Typ vertelefoniert auch 90 Minuten im Monat, je 45 Minuten in der Haupt- und in der Freizeit. Dabei telefoniert er ins Festnetz (20 Prozent), in fremde Netze (45 Prozent), ruft eine bestimmte Nummer (15 Prozent) sowie andere Nummern (20 Prozent) im eigenen Netz an, 30 Mobilboxabfragen, 50 SMS. (red)

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AK

Ein monatlicher Überblick der Handytarife sowie der Onlinetarifrechner unter konsumentenschutz.at

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