Mugabe will die Hälfte aller Bergwerke Simbabwes beschlagnahmen

17. September 2004, 20:18
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"Absolutes Eigentum an unseren Ressourcen können wir nicht anerkennen"

Harare - Simbabwes Präsident Robert Mugabe plant die Beschlagnahme von 50 Prozent aller Bergwerke des Landes. Die staatlich kontrollierte Zeitung "The Herald" zitierte den 80-Jährigen am Dienstag mit den Worten: "Wir werden verlangen, dass der Regierung 50 Prozent der Anteile an den Bergwerken gegeben werden. Absolutes Eigentum an unseren Ressourcen können wir nicht anerkennen." Der Bergbau ist einer von Simbabwes verbliebenen Wirtschaftsfaktoren, die dem afrikanischen Land noch harte Devisen einbringen. Das Land produziert Gold, Diamanten, Platin, Chrom, Asbest und Lithium für den Weltmarkt.

Die chaotische Beschlagnahme von rund 4000 Farmen in weißem Besitz haben die einst blühende Landwirtschaft das Land weitgehend lahm gelegt und die Wirtschaft an den Rand des Ruins geführt. Auch die Aktivitäten im Bergbau haben darunter gelitten. Simbabwes Goldproduktion rutschte in den vergangenen vier Jahren von 30 auf 12 Tonnen jährlich. Dennoch betonte Mugabe: "Land ist nicht das Einzige, andere Bereiche wie der Bergbau müssen auch angegangen werden." Simbabwes Bergwerkskammer reagierte zunächst bedächtig auf die Ankündigung. Allerdings warnte der internationale Bergbau-Experte John Hollaway: "Bei den (weißen) Farmen haben die Leute die Drohungen (Mugabes) auch nicht ernst genommen." (APA/dpa)

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