Schnellstraße über Semmering ab 12. Oktober durchgängig befahrbar

17. September 2004, 20:07
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Sieben Kilometer langes Teilstück, das vierspurig befahrbar ist, wird für den Verkehr freigegeben

Graz - Die Schnellstraßen-Verbindung über den Semmering steht knapp vor der Vollendung: Am 12. Oktober wird das sieben Kilometer lange Teilstück Maria Schutz - Spital/S. für den Verkehr frei gegeben. Mit der Inbetriebnahme dieses letzten noch in Bau befindlichen letzten Abschnitts der Scheitelstrecke ist die S 6 als zentrale Straßen-Achse vom Wiener Raum ins Mürz- und weiter ins Murtal nach Graz durchgehend befahrbar.

Die Asfinag investierte 220 Mio. Euro in den neu eröffneten vierspurigen Abschnitt, 130 Mio. davon flossen in den 3,5 km langen Tunnel Semmering und den 1,9 km langen Tunnel Steinhaus. Wie es von Asfinag-Vorstand Franz Lückler heißt, soll der Lückenschluss eine wesentliche Erhöhung der Verkehrssicherheit und eine Entlastung der Gemeinde Spital und Semmering vom Durchzugsverkehr bringen. Derzeit fahren täglich rund 12.500 Kfz durch diese Orte.

Verkehrsumlegungen

Sämtliche Tunnel im Zuge der Semmering-Querung wurden laut Asfinag mit modernsten Steuerungs- und Sicherheitsstandards ausgestattet. U.a. ist die Beleuchtung doppelt so hell wie bisher üblich. Die Tunnelröhren sind mit Querschlägen verbunden, um für den Ernstfall die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge und Verkehrsumlegungen zu ermöglichen, alle 250 Meter sind begehbare Notrufnischen angebracht. Dazu kommt eine durchgehende Brandmeldesensorik, ein eigener Tunnelfunk sowie eine lückenlose TV-Überwachung mit automatischer Stau-Erkennung. Die optische Einbindung der Schnellstraße in die Natur soll durch landschaftsarchitektonische Gestaltungselemente ("Landmarks") erreicht werden, die vom steirischen Architekten Franz Krammer realisiert wurden.

Die Gesamtkosten für Semmering-Querung von Maria Schutz bis Mürzzuschlag werden mit 370 Mio. Euro angegeben. Der parallel erfolgte Vollausbau des bisher halb ausgebauten Abschnittes Kindberg - St. Marein (6,7 km) kostete 20 Mio. Euro.

Projektumsetzung

In Vorbereitung ist der Bau der zweiten Röhre für den Ganzsteintunnel. Mit der Projektumsetzung wurde die Asfinag-Tochter ÖSAG beauftragt, der Baubeginn ist für Anfang 2006 geplant. Mit der Verkehrsfreigabe ist für Anfang 2009 zu rechnen, die Kosten werden sich auf rund 46 Mio. Euro belaufen. Nach Verkehrsfreigabe der Ganzsteintunnel-Südröhre soll die 30 Jahre alte Nordröhre generalsaniert und dem modernsten Stand der Technik entsprechend aufgerüstet werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Protest gegen Transitlawinen auf der neuen Schnellstraße von Global 2000 im April dieses Jahres.

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