Affen ziehen ins älteste Palmenhaus Wiens

16. September 2004, 21:36
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Standort der Filmakademie wird zu Gehege und Veranstaltungszentrum umfunktioniert

Wien – Man sieht dem Gebäude in der Maxingstraße (Hietzing) nicht an, dass es einmal ein Palmenhaus war. Und schon gar nicht, dass es das erste ist, das einst in Schönbrunn unter Kaiser Franz I. ab 1817 erbaut wurde. Dass darin einmal die Orang-Utans herumturnen werden, kann man sich derzeit auch kaum vorstellen. Genau das wird aber ab 2007 der Fall sein sein.

Im Tiergarten Schönbrunn wälzt Direktor Helmut Pechlaner wieder einmal Ausbaupläne und dieses Mal betrifft es jenes Gebäude in der Maxing^straße, das derzeit noch Studios der Filmakademie beherbergt.

Übersiedlung

Bis 2005 ist die Filmakademie in Untermiete in dem Haus, sie übersiedelt dann in ein neues Gebäude in Wien- Landstraße. Ab dann sind große Umbauten geplant. Einerseits soll ein originalgetreuer Nachbau des Palmenhauses gelingen. Es werden dann Glasfronten eingezogen und die Rundbögen wieder freigelegt. Der jetzige Zustand des Baus lässt allerdings keinerlei Assoziationen zur grün anzusehenden Stahlarchitektur der bestehenden und weithin bekannten Palmenhäuser zu.

Neben den Affengehegen (so bekommt die Bezeichnung "Orangerie" durch die künftig dort logierenden "Orang"- Utans eine neue Bedeutung), werden ein Veranstaltungszentrum und Gastronomie untergebracht, erklärt Tiergarten-Sprecherin Barbara Sommersacher. Auch die bestehende "Zooschule" wird dorthin verlegt.

Nach ersten Schätzungen betragen die Umbaukosten sieben Millionen Euro, die das Wirtschaftsministerium als Eigentümer der Betriebsgesellschaft aufbringen wird. Der Tiergarten muss dann selber für Ausstattung und Betrieb des neuen Hauses aufkommen. "Da kommt noch Summe x dazu", meint Sommersacher, das sei noch nicht abschätzbar. Die Finanzierung sei gesichert, aber "noch nicht terminisiert".

Sommersacher sagt, das Gebäude sei in einem Zustand "untragbar für das Weltkulturerbe" Schönbrunn, in dem es liegt. Mit dem hoffentlich bald beginnenden Umbau sei für den Tiergarten der Vorteil verbunden, dass man einen weiteren Zugang bekomme.

Derweil hofft man im Zoo auf Pandanachwuchs. Der aber nach den Vorstellungen des Pärchens Yang Yang und Long Hui noch auf sich warten lässt. Die beiden turteln viel und gerne – mehr aber nicht. Pandas gelten als in Gefangenschaft schwierig zu haltende Tiere. Ein Pandababy gilt daher als Sensation. Die beiden Pandas sind eine Leihgabe Chinas auf zehn Jahre. (aw, Der Standard, Printausgabe, 14.09.2004)

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