Israelische Soldaten töten drei Hamas-Kämpfer

11. September 2004, 17:42
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Militäraktion im Gaza-Streifen beendet - Vor Rosh Hashana Palästinensergebiete abgeriegelt

Jerusalem - Israels Armee hat am Freitag das Flüchtlingslager Jabaliya im Gaza-Streifen angegriffen. Bei Kämpfen wurden drei Palästinenser getötet - darunter ein Kommandant der palästinensischen Terrorgruppe Hamas, der 35-jährige Abdel Aziz Al-Ashkar. Laut einer Erklärung der Hamas habe Al-Ashkar eine Rakete abfeuern wollen, als er im Gefecht von einer Panzergranate getroffen worden sei. Laut palästinensischen Sicherheitskräften wurden zudem ein 22-Jähriger und ein 14-jähriger Jugendlicher getötet, ein vierter Mann wurde schwer verletzt.

Offensive begann am Mittwoch

Die israelische Armee hatte am Mittwoch, nur wenige Tage nach den Selbstmordanschlägen der Hamas im südisraelischen Beersheba, mit ihrer breit angelegten Militäraktion im Gaza-Streifen begonnen. Mindestens neun Palästinenser - darunter ein Neunjähriger - sind bisher bei den Angriffen getötet worden. Mehr als 70 Menschen wurden in den vergangenen Tagen verletzt.

Jabaliya ist mit rund 100.000 Bewohnern das größte Lager im Gaza-Streifen und gilt als Hochburg palästinensischer Extremisten. Israel will mit dem Militärvorstoß nach eigener Darstellung Angriffe der Palästinenser mit selbst gefertigten Raketen unterbinden, die Bauernhöfe und Siedlungen im Süden Israels treffen könnten.

Vor Rosh Hashana Palästinensergebiete abgeriegelt

Vor dem bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest hat Israel unterdessen die Palästinensergebiete komplett abgeriegelt. Mit der Maßnahme reagiere man auf verstärkte Terrorwarnungen, hieß es am späten Donnerstagabend nach einem Treffen von Verteidigungsminister Shaul Mofaz und Sicherheitsexperten. Es seien mehr als 50 Hinweise auf geplante Anschläge vor und während der Feiertage rund um das jüdische Neujahresfest Rosh Hashana eingegangen, das heuer auf den 15. September fällt. Die Absperrung solle mindestens bis zum 25. September - dem Versöhnungstag Yom Kippur - andauern.

Auch die Sicherheitskräfte in Israel wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Besondere Aufmerksamkeit gelte dabei Märkten, öffentlichen Gebäuden und Vergnügungsvierteln. Die Feiertage rund um das jüdische Neujahrsfest gelten als besonders gefährdet. (APA)

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