Billa: Arbeitsgruppe soll "Vergangenheit bewältigen"

20. September 2004, 16:39
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Auch GPA nimmt an Verhandlungen über Arbeitsbedingungen mit Konzernleitung teil

Wien - In einem Treffen zwischen Billa-Konzernchef Veit Schalle und Vertretern der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am Freitag haben sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter auf die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geeinigt, in der über nicht bezahlte Überstunden der jüngeren Vergangenheit, aber auch über die Arbeitsbedingungen der Zukunft gesprochen werden soll. GPA-Geschäftsführer Wolfgang Katzian gab sich nach dem Gespräch mit dem Billa-Management am Freitag "vorsichtig optimistisch" und betont sachlich. Es gehe ihm nicht darum, den Konflikt hochzukochen, sondern um "Lösungen und Verbesserungen im Interesse der Mitarbeiter".

Es habe bei der Gewerkschaft "immer wieder den Versuch gegebenen, eine normale Gesprächsbeziehung mit dem Billa-Management herzustellen und ich habe das Gefühl, die wollen das jetzt", sagte Katzian am Freitag. Laut einem ZiB2-Bericht vom Donnerstagabend hat das Billa-Management im laufenden arbeitsrechtlichen Konflikt zugesagt, alle belegten Überstunden nachzahlen zu wollen.

Verpflichtende, aber unbezahlte Überstunden

Wie berichtet, haben sich ehemalige Billa-Mitarbeiter über verpflichtende, aber unbezahlte Überstunden beschwert, und darüber, dass Mitarbeiter in diesem Zusammenhang von Vorgesetzten unter Druck gesetzt worden seien.

Der Handelskonzern beteuert, Interesse an der Aufklärung der Vorwürfe zu haben. Die neu gebildete Arbeitsgruppe ("Task Force") hätte ursprünglich nur aus Unternehmensvertretern und Betriebsrat bestehen sollen. Nun nimmt auch die GPA an dieser "Task Force" teil. Die Arbeitsgruppe soll bereits nächste Woche erstmals tätig werden.

Billa ,Teil des größten österreichischen Handelskonzerns Rewe Austria (auch Merkur, Bipa, Mondo/Penny), beschäftigt in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter. Rewe befindet sich seit geraumer Zeit auch wegen der Behandlung von Lieferanten in den Schlagzeilen. Die Bundeswettbewerbsbehörde prüft Verfahren wegen des Missbrauchs der Marktmacht. Der Chef der Bundeswettbewerbsbehörde, Walter Barfuß, hat in der ZiB2 am Donnerstag die Einleitung derartiger kartellrechtlichen Verfahren als "sehr wahrscheinlich" bezeichnet.(APA)

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