"Medien Tenor": Defizite im deutschen TV-Nachrichtenangebot

17. September 2004, 11:52
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Bei ARD und ZDF zunehmend auf die Quote geschaut

Nicht nur bei privaten, sondern auch bei den öffentlich-rechtlichen deutschen TV-Sendern gibt es einer Analyse des Medienforschungsinstituts "Medien Tenor" zufolge Defizite im Nachrichtenangebot. Bei ARD und ZDF werde zunehmend auf die Quote geschaut, sagte "Medien Tenor"-Geschäftsführer Wolfgang Stock am Freitag in Bonn. "ARD und ZDF müssen sich stärker auf ihren Grundversorgungsauftrag konzentrieren."

Harte Fakten statt Quotenbringer

Sie seien verpflichtet, gerade in ihren Nachrichten "harte Fakten" statt Quotenbringer zu senden, sagte Stock. Tatsächlich hätten aber ARD und ZDF in der aktuellen Reformdebatte oft Fußball oder Olympia wichtigen Informationen über die Arbeitsmarktreform Hartz IV vorgezogen. Durch den Verzicht auf "harte Fakten" erfolge oft eine Verzerrung der politische und wirtschaftlichen Lage.

Die vor 10 Jahren gegründete "Medien Tenor" mit Sitz in Bonn analysiert die Inhalte von Meinungsführermedien. Für das international tätige Unternehmen, das sich selbst finanziert, sind 225 fest angestellte Mitarbeiter tätig. Zu den Kunden zählt nach Angaben von Stock auch die US-Regierung. (APA)

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