Digitale Hochschulen: Europäische Jahrestagung kommt nach Graz

16. September 2004, 10:18
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Vom 15. bis 17. September an Universität Graz - Neue Studien aus der Lern- und Lehrforschung

Mit Fragen rund um den Einsatz digitaler Medien an Hochschulen beschäftigt sich vom 15. bis 17. September 2004 die neunte europäische Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) an der Universität Graz. Die Tagung der in Tübingen ansässigen Gesellschaft ist die renommierteste Konferenz in diesem Bereich im deutschsprachigen Raum. Rund 450 Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz werden erwartet, hieß es am Donnerstag seitens der Uni.

MEDIDA-Prix

Im Rahmen der Tagung wird am 16. September auch der mit 100.000 Euro dotierte MEDIDA-PRIX für das beste Medienprojekt im deutschsprachigen Hochschulraum verliehen. Heuer wird das Preisgeld vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Verfügung gestellt.

"In diesem Jahr beschäftigt sich die Tagung vor allem mit dem Phänomen des Generationswechsels im Forschungsbereich Neue Medien sowie mit deren motivierender Rolle im Rahmen aktueller Hochschulreformprozesse", so Doris Carstensen, wissenschaftliche Leiterin des Kongresses. Formen des durch digitale Medien unterstützten individuellen, spielerischen Lernens, aber auch Forschungsergebnisse aus den Kognitions- und Neurowissenschaften sind weitere Themen der heurigen GMW-Tagung. Neue Erkenntnisse aus dem Bereich der Lern- und Lehrforschung werden u.a. von Irene Daum, Neurophysiologin an der Uni Bochum, erwartet.

186 eingereichte Projekte

Mit Spannung wird auch die Zuerkennung des diesjährigen MEDIDA-Preises erwartet: 21 Gutachter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz haben aus 186 eingereichten Projekten sieben Finalisten ausgewählt, die sich auf der Tagung präsentieren. Eine Fachjury entscheidet danach über die Gewinner des 100.000 Euro-Preises, der sich als Impulsgeber für eine nachhaltige Implementierung digitaler Medien in der Hochschullehre versteht. Anders als bei zahlreichen anderen Medien-Wettbewerben geht es hier nicht um technische, sondern um didaktische Innovationen.

Mit dem Web-Projekt zum 16. Jahrhundert findet sich nach mehreren Jahren Abstinenz auch eine österreichische Einreichung unter den Finalisten. Das Projekt des Institutes für Geschichte an der Uni Wien schildert das Leben des 16. Jahrhunderts in Form eines avancierten und sinnlich navigierbaren Hypertextraumes und bietet vielfältige Parcours durch die frühe Neuzeit, die Methodik der Geschichtswissenschaften und die Didaktik multimedialer Präsentationen.(APA)

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