iPod: Alles nur Hype?

14. Oktober 2004, 15:09
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Mediale Wahrnehmung und Verkaufszahlen des MP3-Players stehen in keinem Verhältnis - Bisher nur kleiner Markt

Kaum ein anderes Stück moderner Unterhaltungselektronik hat einen vergleichbaren Coolness-Faktor wie Apples iPod. Die Medien berichten laufend darüber, die KundInnen reißen sich darum einen zu bekommen. So zumindest der allgemeine Eindruck, überprüft man aber die mediale Projektion mit der Realität so bleibt nur wenig über.

Dominanz auf niedrigem Niveau

Zwar besitzt Apple 58 Prozent Marktanteil bei MP3-Playern doch dieser Markt ist im Vergleich zu anderen Branchen der Unterhaltungselektronik noch immer ein relativ kleiner. Auch all der Hype rund um den iPod konnte daran bisher nichts ändern, dies berichtet die Times.

Absolut

In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass weltweit in den drei Jahren seit der Markteinführung bisher nicht mehr als 4 Millionen Geräte über den Ladentisch gewandert sind, in Europa dürfte bisher nicht einmal die Millionenmarke überschritten worden sein. Zum Vergleich werden jährlich in etwa 600 Millionen Handys verkauft, damit übrigens auch potentielle künftige Konkurrenten für den iPod, da Mobiltelefone zunehmend mit MP3-Player-Funktionalität ausgestattet werden.

Coolness

Trotzdem ist der iPod für Apple ein zentrales Produkt, nicht nur weil er eben als "cool" wahrgenommen wird und so das Ansehen - und die Verkaufszahlen - der Firma verbessert, sondern auch weil das klassische Computergeschäft zunehmend stagniert, beziehungsweise leicht abbaut. Seit 1997 hat Apple laut IDC einen Drittel seines Marktanteils einbüßen müssen, zwischenzeitlich sind nur mehr 2 Prozent aller ausgelieferten Rechner Macintoshs. Kein Wunder also, dass Apple ein bisschen was von der iPod-Magie auch auf den Computersektor übertragen will, der eben erst vorgestellte iMac G5 ist beredtes Zeugnis dafür. (red)

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