Rückkauf-Spekulationen lassen T-Online-Aktien weiter steigen

7. September 2004, 11:38
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Analysten rechnen nicht mit Rückkauf

Die Aktien von Europas größtem Internetanbieter T-Online haben am Montag nach Händlereinschätzung weiter von Rückkaufspekulationen durch die Muttergesellschaft Deutsche Telekom profitiert. Diese seit langem latent vorhandenen Spekulationen hatten am Freitag durch den Rücktritt des bisherigen Vorstandschefs Thomas Holtrop neue Nahrung erhalten. Experten äußerten sich indes skeptisch, ob eine Reintegration von T-Online in die Muttergesellschaft tatsächlich kurz bevorsteht.

T-Online-Papiere gewannen am Montagvormittag 2,55 Prozent auf 8,46 Euro und gehörten damit zu den größten Kursgewinnern im Technologieindex TecDax. Bereits am Freitag hatten die Titel knapp vier Prozent an Wert gewonnen hatte. "Da wird immer noch die Rückkauf-Geschichte gespielt. Aber kurzfristig sehe ich da keinen Handlungsbedarf", sagte ein auf Technologiewerte spezialisierter Händler einer deutschen Großbank.

Holtrop hatte am Freitag seinen Rückzug aus dem Unternehmen angekündigt, nachdem er bei der Besetzung des Vorstandspostens Breitband/Festnetz bei der Telekom nicht zum Zuge gekommen war.

Zuletzt hatten verschiedene europäische Großkonzerne ihre börsennotierten Unternehmen ganz oder teilweise wieder zurückgekauft, die sie in der Boomphase der Technologiebranche Ende der neunziger Jahren an die Börse gebracht hatten. So reintegrierte France Telecom seine Tochterunternehmen für Internet und Mobilfunk Wanadoo und Orange. Der Softwarekonzern SAP legte ein Rückkaufangebot für SAP System Integration vor.

Die Telekom hatte einen Rückkauf von T-Online bisher ausgeschlossen. Analysten rechnen daher vorerst nicht mit einem solchen Schritt. "Wir rechnen für die nächsten zwölf Monate nicht mit einem Rückkauf des Minderheitsanteils", schrieben die Experten von Goldman Sachs. Insbesondere die Ablehnung durch die Telekom-Führung, aber auch der leicht verwässernde Effekt einer Transaktion auf den Gewinn je Aktie bei dem ehemaligen Staatsunternehmen wurde von den Analysten als Begründung angeführt. Die Deutsche Telekom hält derzeit rund 74 Prozent an T-Online. (APA/Reuters)

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