Ein Drittel weniger Taferlklassler als vor 30 Jahren

15. September 2004, 12:28
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85.600 Kinder beginnen heuer mit der Schule, 1974/75 waren es noch 130.500 - Kleine Landschulen unter Druck - mit Infografik

Wien - Rund 33.000 Kinder in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland haben am Montag ihren allerersten Schultag absolviert. Zusammen mit ihren Kollegen aus Westösterreich, wo die Schule kommenden Montag beginnt, werden im Schuljahr 2004/05 nach Angaben des Bildungsministeriums heuer rund 85.600 "Taferlklassler" die erste Klasse Volksschule besuchen. Das ist um rund ein Drittel weniger als noch vor 30 Jahren: im Schuljahr 1974/75 begannen noch 130.500 Kinder mit der Schule.

Stetig sinkende Geburtenzahlen

Der Grund für diesen Rückgang ist die demographische Entwicklung mit stetig sinkenden Geburtenzahlen. Anfang der siebziger Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der frühen sechziger Jahre in die Schule kamen, wurden noch mehr als 140.000 Schulanfänger verzeichnet - eine Zahl die bis Mitte der 80er-Jahre kontinuierlich auf 85.170 gesunken ist. Dann kam es zu einer leichten Erholung der Zahl der Erstklassler, die in den zu Ende gehenden 90er-Jahren wieder auf rund 97.000 angestiegen ist, um seither wieder stetig zu sinken. Allein vom vergangenen zum neuen Schuljahr beträgt der Rückgang 5,6 Prozent.

Weiterer Rückgang in den nächsten Jahren

Insgesamt hat sich die Zahl der Volksschüler seit Anfang der siebziger Jahre fast halbiert: Im Schuljahr 1969/70 gab es noch fast genau 600.000 Schüler in der Grundschule, im neuen Schuljahr werden es nur noch 363.000 sein - ein Minus von 40 Prozent. Im Bildungsministerium rechnet man auf Grund der zu erwartenden demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren mit einem weiteren Rückgang in dieser Schulstufe.

Druck auf die kleinen Schulen

Dadurch wächst auch der Druck auf die kleinen Schulen im ländlichen Raum. 2001 hatte erst jede fünfte Volksschule weniger als 80 Schüler, bis 2010 wird bereits jede zweite Volksschule eine derart geringe Schülerzahl aufweisen. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hat sich in der Vergangenheit aber klar für den Erhalt kleinerer Schulstandorte ausgesprochen und ein Größenlimit von zehn bis 15 Schülern genannt.

Neun Schulschließungen fix

Dennoch wird es, wie eine Umfrage der APA zu Beginn der Sommerferien bei den Landesschulräten gezeigt hat, die eine oder andere Volksschule "erwischen": So sind im neuen Schuljahr z.B. fünf Schulschließungen in der Steiermark, zwei im Burgenland und in Tirol und eine in Oberösterreich fix. Salzburg, Vorarlberg, Wien und Niederösterreich haben Stilllegungen für 2004/05 hingegen ausgeschlossen. Im Burgenland verfolgt man die Strategie, dass in jeder Gemeinde zumindest eine Schule erhalten bleibt. (APA)

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    Schulbeginn in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

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