Zwölf Tote bei Kämpfen in Mossul

5. September 2004, 17:31
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US-Luftangriff nach Widerstand bei Razzia - 50 Verletzte - Granatenangriff in Bagdad

Mossul/Bagdad/Basra/Amman - Bei Gefechten zwischen Aufständischen und amerikanischen Soldaten sind im Norden des Irak mindestens zwölf Menschen getötet worden. Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera am Samstag weiter berichtetet, gab es 50 Verletzte. Ein Arzt sagte dem Sender, unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, die bei Angriffen der US-Luftwaffe auf die Kleinstadt Talafar Verletzungen durch Bombensplittern erlitten hätten. Mehrere Gebäude seien nach Treffern zerstört.

Luftangriff nach Widerstand bei Razzia

Amerikanische und irakische Truppen hatten am Morgen mit einer Razzia gegen mutmaßliche Aufständische begonnen, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Im Laufe der Gefechte landeten nach Angaben des örtlichen Spitals Mörsergranaten auf dem Markt von Tal Afar und verletzten zahlreiche Menschen. Die US-Truppen bestätigten zunächst lediglich, dass zwei Aufständische getötet worden seien. Die Rebellen hätten Soldaten angegriffen, die nach der Notlandung eines angeschossenen US-Hubschraubers den Landeplatz abgesichert hätten. Wegen des heftigen Widerstands habe die US-Luftwaffe Stellungen von Rebellen außerhalb der Stadt bombardiert, teilten die Streitkräfte mit.

Zuvor teilte das US-Militär in Bagdad mit, amerikanische Soldaten hätten nach Mörserangriffen im Norden des Landes einen bewaffneten Mann getötet. Drei weitere Iraker seien verletzt worden. Talafar liegt im Nordwesten des Irak nahe der syrischen Grenze. Die US-Geheimdienste vermuten, dass die Stadt als Stützpunkt für den Schmuggel von Waffen und Kämpfern aus dem Nachbarstaat genutzt wird.

Granateneinschlag in Bagdad

In der Innenstadt von Bagdad schlugen am Samstag mehrere Mörsergranaten eingeschlagen. Wie eine Sprecherin der Koalitionsstreitkräfte mitteilte, landeten die Geschoße in der Nähe eines Kontrollpostens unweit der so genannten Grünen Zone, wo sich irakische Regierungseinrichtungen und die US-Botschaft befinden. Ob Menschen zu Schaden kamen, war zunächst nicht bekannt. Der Anschlag galt möglicherweise dem Konferenzzentrum, in dem Mitglieder des irakischen Nationalrates zu einer Sitzung zusammenkamen. Das 100-köpfige Gremium soll bis zur geplanten Wahl im Jänner die Übergangsregierung kontrollieren.

Anschlag auf Ölpipeline

Im Süden des Irak haben Aufständische unterdessen erneut mehrere Anschläge auf das Leitungsnetz der Ölindustrie verübt. Westlich der Stadt Kurna schlugen am Vormittag Flammen in die Höhe. Sicherheitskräfte sagten, die Angreifer hätten eine Leitung beschädigt und das auslaufende Öl angesteckt. Die Ölexporte im Süden des Landes, die normalerweise ein Volumen von zwei Millionen Barrel pro Tag haben, seien aber nicht beeinträchtigt worden, teilte die Ölgesellschaft South Oil Company mit.

Im Ölterminal von Basra wurden zwei Tankschiffe beladen. Auch im nahe gelegenen Terminal Khor al-Amaya nahm ein Tanker Ladung auf. Aufständische haben wiederholt die Ölinfrastruktur im Norden und Süden des Irak angegriffen. Am Donnerstag hatten Saboteure einen Anschlag auf die erst kürzlich wieder in Betrieb genommene Ölpipeline verübt, die die Ölfelder bei Kirkuk im Norden mit dem türkischen Ölhafen Ceyhan am Mittelmeer verbindet. Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe wegen der Anschläge hatten zu Nervosität und steigenden Preisen an den Ölmärkten geführt. (APA/Reuters)

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