Italien: Prodi arbeitet an politischem Comeback

5. September 2004, 19:14
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Scheidender EU- Kommissionspräsident fordert gemeinsames Anti-Berlusconi-Programm aller Linksparteien

Rom- Nach der Sommerpause und der Designierung der neuen Europäischen Kommission unter seinem portugiesischen Nachfolger Jose Manuel Durao Barroso feilt der scheidende EU-Kommissionspräsident Romano Prodi an seinem Comeback in Italiens politischer Arena. Der Professor aus Bologna appellierte am Donnerstag vor Journalisten an die Kräfte des oppositionellen Mitte-Links-Bündnisses "Ulivo", ein neues Programm zu verfassen, das das Vertrauen der von Ministerpräsident Silvio Berlusconi enttäuschten Wähler gewinnen könne.

"Italien braucht ein innovatives, tief greifendes und originelles Programm, das dem Land einen Neubeginn sichern kann. Es ist heller Wahnsinn die heutige politische und wirtschaftliche Lage mit einer konservativen Strategie in Angriff zu nehmen, die sich an der Vergangenheit orientiert", meinte Prodi. Der scheidende EU-Kommissionspräsident rief die Parteien der Linken daher zu einer breit angelegten Mobilisierung beim Programmentwurf auf.

Prodi, der 2006 seine Kandidatur als Spitzenvertreter des oppositionellen Mitte-Links-Bündnisses "Ulivo" gegen Berlusconi einreichen wird, plant ab November eine mehrwöchige Tour durch Italien, um das politische Programm des Mitte-Links-Bündnisses vorzustellen und die Bedürfnisse der verschiedenen Teile des Landes besser kennen zu lernen.

"Ich kehre nach Italien zurück, um die nächsten Wahlen zu gewinnen. Doch die Linke muss schon jetzt ein siegessicheres Programm verfassen", betonte Prodi. Offiziell will Prodi sein Comeback bei einer im November geplanten Generalversammlung der Linksparteien feiern.

"Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen von unseren Wahlerfolgen im Juni profitieren und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Zu oft waren wir gespalten", meinte Prodi. An der verfassungsgebenden Versammlung sollten sich nach seinen Worten alle Parteien der Linken beteiligen, die sich für ein "demokratisches Italien des Friedens, der Freiheit und der Justiz einsetzen".(APA)

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