USA bombardieren Lager dänischer Hilfsorganisation

2. September 2004, 12:01
12 Postings

Mindestens acht Dorfbewohner getötet

Kabul - Bei einem Bombenangriff der US-Luftwaffe auf ein Dorf im Osten Afghanistans sind in der Nacht zum Dienstag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben der dänischen Hilfsorganisation DACAAR um Bewohner von Weradesh in der Provinz Kunar. Zuvor hatten Rebellen am Montagabend rund 25 Raketen auf das Bürgermeisteramt der nahe gelegenen Ortschaft Mano Gai abgeschossen.

Camp getroffenY

Polizisten erwiderten das Feuer, wie der Gouverneur von Kunar, Sayed Fasel Akbar, mitteilte. Anschließend bombardierten US-Kampfflugzeuge das Dorf Weradesh, von wo aus die Raketen abgeschossen worden sein sollen. Auch das Camp der Hilfsorganisation DACAAR wurde von einer Bombe getroffen. Die 14 Mitarbeiter hatten nur Sekunden zuvor die Flucht ergriffen, wie DACAAR-Direktor Gorm Pederson mitteilte. Ein Mitarbeiter sei verletzt worden.

Die US-Streitkräfte erklärten, die unter amerikanischem Kommando stehenden Soldaten in der Gegend seien mit Mörsergranaten und Raketen angegriffen worden. Dies habe ein Gefecht ausgelöst, in dessen Verlauf "Aufständische wahllos auf Dorfbewohner schossen". Bei den Kämpfen seien mehrere Extremisten getötet worden. Zehn Verletzte, darunter sieben Kinder, seien zur Behandlung auf den Stützpunkt Bagram nördlich von Kabul geflogen worden.

600 Kilogramm Sprengstoff entdeckt

Die afghanischen Sicherheitskräfte beschlagnahmten nach Angaben eines Geheimdienstmitarbeiters vom Dienstag in der Nähe der Hauptstadt Kabul 600 Kilogramm Sprengstoff. Drei Verdächtige seien festgenommen worden. Den Angaben zufolge wurde der Sprengstoff bereits am Montag in zwei Häusern in der Ortschaft Chahar Asyab gefunden.

Die Festgenommenen haben dem Geheimdienstbeamten zufolge "mit 100-prozentiger Sicherheit" Verbindungen zum Rebellenführer Gulbuddin Hekmatyar, der für zahlreiche Anschläge in Kabul verantwortlich gemacht wird. Ob die drei auch der Beteiligung an dem verheerenden Anschlag auf das Bürogebäude einer amerikanischen Sicherheitsfirma in Kabul am Sonntag verdächtigt werden, war nicht bekannt. Bei dem Autobombenanschlag wurden zehn Menschen getötet, darunter drei Amerikaner. Zu der Tat bekannten sich die Taliban. (APA/AP)

Share if you care.