Extrasolarer Planet mit Minifernrohren entdeckt

1. September 2004, 11:40
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Durch internationale Zusammenschal­tung dreier nur 0,1 Me­ter langer Fernrohre gelang systematische Suche nach dem Plane­ten einer fernen Sonne

London/Wien - Auch mit vergleichsweise kleinen Teleskopen gelingen heute noch sensationelle Entdeckungen. Wissenschafter haben im Rahmen von "TrES" (Trans-Atlantic Exoplanet Survey) drei 0,1-Meter-Fernrohre auf den Kanarischen Inseln, in Arizona und in Kalifornien zusammenschaltet und damit einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, meldet die Wissenschaftszeitschrift.

Extrasolare Planeten sind auch mit den größten Teleskopen nicht direkt zu beobachten. Daher fahnden Astronomen - seit wenigen Jahren auch erfolgreich - nach indirekten Hinweisen von fernen Sternbegleitern. Eine Möglichkeit ist, nach geringen, aber regelmäßigen Helligkeitsschwankungen Ausschau zu halten. Dies ist nämlich ein Hinweis, dass ein selbst nicht leuchtender Planet - aus irdischer Sicht - vor seiner Sonne vorbei zieht und diese verdunkelt.

Himmel durchmustert

In der Regel werden für derlei Beobachtungen Teleskop-Monster mit Durchmessern von über einem Meter eingesetzt. Dabei habe die Vernetzung von kleinen Geräten quer über die Kontinente wie für "TrES" durchaus Vorteile. "Es gibt die Chance, ein und denselben Stern über einen längeren Zeitraum zu beobachten", sagte Guillermo Torres vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Mitglied der Netzwerks. Wenn für ein Teleskop bereits der Morgen graut, übernimmt das nächste Gerät.

Um ihren Planeten zu finden, durchmusterten die Forscher für zwei Monate ein Stück Himmel mit 12.000 Sternen. Letztendlich wurden 16 Sterne aussortiert, die entsprechende Helligkeitsschwankungen aufwiesen. Mit größeren Teleskopen wurden die 16 Kandidaten dann noch einmal unter die Lupe genommen und tatsächlich: Einer davon dürfte einen Planeten besitzen. Er hat laut den Berechnungen etwa die Größe Jupiters und umrundet seine Sonne alle drei Tage. (APA)

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    derstandard.at
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