Vom Schneeberg zur Zugspitze

    28. August 2004, 13:50
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    Ameisberg: Siegverdächtig im Mühlviertler "Alpenblick-Wettbewerb"

    Der Alpenblick spielt in der Fremdenverkehrswerbung des oberösterreichischen Mühlviertels eine große Rolle. Die Diskussion allerdings, von welcher Stelle man den schönsten Blick auf den Hauptkamm des größten europäischen Gebirges hat, lässt sich objektiv kaum entscheiden. Der Warte auf dem Ameisberg jedenfalls räumt man gute Chancen ein, in diesem "Wettbewerb" den vordersten Rang zu belegen: Von der obersten Plattform - über insgesamt 131 Stufen zu erreichen - des im Jahre 1903 gebauten Aussichtsturmes überblickt man die Hochalpen vom Schneeberg in Niederösterreich bis zur Zugspitze an der österreichisch-bayerischen Grenze, und obendrein hat man Sicht zum Böhmerwald, zum Bayrischen Wald, zum Sauwald, ins Innviertel und ins Alpenvorland. Nur die Donau versteckt sich hinter den südlichen Randerhebungen des Mühlviertels. Allein vom "Panoramablick" oberhalb von Pfarrkirchen kann man 67 Kirchen sehen. Und wer den Genuss des Rundblicks von der Ameisbergwarte mit einer Fete verbinden möchte, kann das Turmstüberl mieten.

    Ein ganzes Netz von gut beschilderten Wanderwegen überzieht die Region zwischen Donau und Böhmerwald, und viele dieser Wege führen naturgemäß auf den Ameisberg, der in jeder Hinsicht eine herausragende Erscheinung darstellt. Die Hütte und die Warte sind allerdings nur an Wochenenden und Feiertagen ab 11 Uhr offen, wochentags steht man vor verschlossenen Türen.

    Man muss mit langen, allerdings eher sanften Anstiegen rechnen. Die angegebenen Gehzeiten sind für eher flotte Geher gedacht. Es gibt aber auch eine Möglichkeit für ganz Bequeme: Den Ameisberg kann man auch mit dem Auto "erklimmen", bringt sich dann allerdings um das Vergnügen einer genussvollen und abwechslungsreichen Wanderung.

    Die Route: Von Putzleinsdorf wandert man auf dem Wallfahrerweg - teilweise auf Asphalt - in etwa 1½ Stunden in das hochgelegene Pfarrkirchen, wo man auf den Pfarrwaldweg und später auf den Salzweg wechselt. Mit geringem Höhenverlust gelangt man nach Webernschlag und steigt dann zum Ameisberg auf. Gehzeit ab Pfarrkirchen 2¼ Stunden. Der Abstieg nach Putzleinsdorf erfolgt über Hohenschlag. In sanftem Gefälle erreicht man den Ausgangspunkt in knapp zwei Stunden. (Der Standard, Printausgabe 28./29.8.2004)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 5¾ Stunden, Höhendifferenz rund 450 m. Gasthäuser in Pfarrkirchen, Hütte auf dem Ameisberg Sa/So/Feiertag ab 11 Uhr offen. Wanderkarte "Natur erleben auf bayerisch- oberösterreichischen Donauwegen", 1:40.000
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