Steiermark wächst langsam zu

7. September 2004, 16:11
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Immer mehr Wald in der Grünen Mark: Million-Hektar-Grenze überschritten - Schutzwälder sind dennoch in Gefahr

Graz - Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Stürme und Wildverbiss setzen dem steirischen Wald zu. Dennoch hat der Waldbestand in der Steiermark den bisherigen absoluten Höchststand mit über einer Million Hektar erreicht. Nadel und Fichtenbäume breiten sich im waldreichsten Bundesland Österreichs immer weiter aus. "Wir wachsen langsam zu", so der steirische Umweltlandesrat Johann Seitinger am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz. Schutzwaldgebiete seien dennoch in Gefahr.

61 Prozent der Steiermark bzw. eine Million von 1,63 Millionen Hektar der Gesamtfläche sind mit Wald bedeckt. Das holzige Grün bietet über 50.000 Beschäftigten in an die 5.800 Betrieben Arbeit - und es breitet sich jährlich um weitere 15.000 Hektar aus. "Das entspricht einer Fläche von 40 Fußballfeldern täglich", so Seitinger, den dieser Umstand bedenklich stimmt. "Wir verlieren hier Kultur- und Freiraum, den wir auch touristisch dringend brauchen". Die Waldflächen sind zwar enorm, dort wo die Bäume allerdings dringend benötigt werden - als Schutz vor Lawinen, Muren und Steinschlag - mangelt es dennoch an entsprechend großen und vor allem qualitativ bestückten Waldflächen.

20 Prozent ist Schutzwald

Als Schutzwald sind in der "Grünen Mark" rund 20 Prozent der Gesamtwaldfläche ausgezeichnet. Davon wiederum liefern lediglich 6,8 Prozent auch einen Ertrag. Das sei mit ein Grund, dass diese Flächen "nicht im besten Zustand" sind, so Landesforstdirektor Josef Kalhs. 17.000 der insgesamt rund 170.000 Hektar Schutzwald bedürften einer "dringlichen Verbesserung". Der Bestand sei vor allem überaltert, weise aber auch Wildschäden auf, so der Landesbeamte.

"Wir brauchen in der Steiermark unbedingt eine Plattform mit allen Interessensvertretern vom Forstwirt bis zum Jäger um hier eine neue Strategie zu entwickeln". Zu überlegen sei u.a. , wie die Nutznießer dieser Waldabschnitte - und das wären beispielsweise auch die Gemeinden, die dadurch geschützt werden - sich an der Finanzierung der Pflegemaßnahmen beteiligen können.

Forcieren will Seitinger die stärkere wirtschaftliche Nutzung der rund einer Milliarde Bäume, die in den steirischen Wäldern stehen. "Uns stehen jährlich 8,5 Millionen Festmeter Holz zur Verfügung, nur 5,5 Millionen nutzen wir auch." Intensiviert werden soll daher u.a. der Einsatz von Holz in der Bauwirtschaft: "Nur fünf Prozent der Bauvorhaben nützen diesen Rohstoff", so der Landesrat, der diese Quote in zehn Jahren auf 20 Prozent angehoben sehen möchte. Weiters will man die Entwicklungen am Ökoenergiesektor stärker forcieren und die Holzforschung vorantreiben. "Ein Teil der Mineralölsteuer müsste dann natürlich auch dahingehend eingesetzt werden", so Seitinger in Richtung Finanzministerium.(APA)

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    61 Prozent der Steiermark bzw. eine Million von 1,63 Millionen Hektar der Gesamtfläche sind mit Wald bedeckt

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