Taekwondo: Lukic nach umstrittener Niederlage out

26. August 2004, 18:42
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Im Viertelfinale Euda Carias unterlegen: "Drei nicht anerkannte Treffer" - Protest blieb erfolglos

Athen - Nevena Lukic hat bei ihrem Olympia-Debüt die negative Seite des Taekwondo-Sports kennen gelernt. Kampfrichter, die über Wertung von Treffern und bei Punktegleichstand über den Ausgang des Kampfes entscheiden, meinten es nicht gut mit der Tirolerin. Die 23-jährige Europameisterin gewann ihren ersten Kampf in der Klasse bis 49 Kilogramm gegen Lineo Mochesane aus Lesotho klar 4:0, doch im anschließenden Viertelfinale sah die Jury ihre Gegnerin Euda Carias bei 1:1 Punkten im Vorteil. Da Carias am Nachmittag gegen die WM-Zweite Yanelis Labrada verlor, ist Lukic ausgeschieden.

"Ich bin ein bisschen benachteiligt worden, denn ich hatte Kopftreffer, aber da kann man halt nichts machen", meinte die Europameisterin. Umstrittene Urteile seien an der Tagesordnung in dem aus Korea stammenden Sport. Bundestrainer Mustafa Atalar ist an Derartiges gewöhnt. "Wenn man es objektiv betrachtet, hätte Nena gewinnen müssen, sie hatte schon in der ersten Runde drei nicht anerkannte Treffer."

Protest wurde zurückgewiesen

Die österreichische Teamführung legte Protest ein - zum Glück hatte der am Freitag kämpfende Tuncay Caliskan 100 Euro und Medienvertreter die weiteren nötigen 200 Euro parat - weil ein Kopftreffer und etliche Körpertreffer nicht gewertet worden seien. Doch die Berufungskommission sah es anders: "Die Entscheidung des Referees war korrekt, der Protest wird zurückgewiesen." Lukic sah sich als moralische Siegerin. "Wenn man weiß, dass man das Beste gegeben hat und eigentlich gewonnen hätte, ist das okay."

Auch Thailand fand kein Gehör für seinen Einspruch. Die WM-Dritte Yaowapa Boorapolchai hatte gegen die WM-Zweite Yanelis Labrada (CUB) eine umstrittene Niederlage bezogen, worauf ihr Trainer in stummem Protest minutenlang die Matte nicht verließ. Auch als der Lukic-Kampf schon eingeläutet war, wich er nicht vom Kampfplatz.

Gegen Mochesane setzte Lukic mit Beintechniken fünf anerkannte Treffer, ein Punkt wurde ihr wegen Verwarnungen nach Passivität abgezogen. Gegen Carias kassierte die Ex-Militär-Weltmeisterin in der zweiten der drei Runden (jeweils zwei Minuten Kampfzeit) einen Tritt gegen den Körper (0:1), Atalar reklamierte wenig später vergeblich einen Kopftreffer seines Schützlings, der sogar zwei Punkte gebracht hätte. 1:10 Minuten vor dem Ende glich Lukic aus, doch bei 1:1 entschieden die vier Kampfrichter auf Überlegenheit der Lateinamerikanerin.(APA)

  • Nevena Lukic (rechts) im Kampf gegen Euda Carias.

    Nevena Lukic (rechts) im Kampf gegen Euda Carias.

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