"Gegen die Natur an sich"

27. September 2004, 14:39
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FPÖ strikt gegen Homosexuellen-Ehe - Steirische VP macht weiter Druck

Wien - "Es ist eben nicht normal, eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu führen." Der FPÖ-Abgeordnete Max Walch ist entschieden gegen Verbesserungen für gleichgeschlechtliche Beziehungen. "Es ist auch gegen die Natur an sich." Außerdem gebe es "wirklich wichtigere Probleme, um die wir uns kümmern müssen, als die Homo-Ehe".

Der freiheitliche Staatssekretär Eduard Mainoni hatte sich im STANDARD-Interview eine Debatte zu diesem Thema auch in der FPÖ gewünscht, aber wohl nicht diese. Mainoni trat klar für eine rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Paaren ein - und blieb in der FPÖ in der Minderheit.

Klare Absage

FPÖ-Chefin Ursula Haubner hat einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare am Donnerstag eine klare Absage erteilt. "Mit der FPÖ in der Regierung wird es keinerlei Adoptionsmöglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare geben." Justizministerin Karin Miklautsch hat immerhin eingeräumt, man könne über registrierte Partnerschaften für Homosexuelle nachdenken. Eine Homo-Ehe hat aber auch in ihrem Wertebild keinen Platz.

Auszudiskutieren

Die steirische ÖVP, die das Thema ins Rollen gebracht hatte, will dagegen nicht nachlassen: "Das wird es nicht spielen, dass das Thema verschwindet", erklärte Landesgeschäftsführer Andreas Schnider. Die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und das von ihm eingebrachte Recht auf Adoption werde nicht wieder in der Schublade verschwinden, beteuerte er.

Die steirische VP werde ihre Meinung zu Papier bringen, diese werde man dann in den von Nationalratspräsident Andreas Khol im STANDARD angekündigten Arbeitskreis der Bundespartei einbringen. Schnider sprach sich dagegen aus, dass Parteien nur Angebote für Lebensformen mache, die in "unser Muster" passten. Von dem Thema seien in Österreich 500.000 bis 800.000 Menschen betroffen. (völ/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2004)

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