Privatisierung

8. September 2004, 14:11
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Wo er Recht hat, hat er Recht, der Wirtschaftsminister Bartenstein. Privatisierung habe etwas mit "privat" zu tun, presste er nach längerem Herumdrucksen zur Frage des Verkaufs der Telekom Austria an die zu 60 Prozent in Staatsbesitz befindliche Swisscom heraus.

Diese Logik gilt allerdings nicht für den wirtschaftspolitischen Superstar dieser "Privatisierungs"-Regierung, Mr. Privatisierung himself, ein "Wirtschaftspolitiker von Gnaden" (Kanzler Schüssel), also Karl-Heinz Grasser. Der Finanzminister steht offenbar hinter der schon zweimal angekurbelten, dann aber doch gescheiterten "Privatisierung" der Telekom durch Übergabe an die Swisscom, auch wenn er die Herren von der ÖIAG vorschickt.

Credo

Eigentümervertreter des öffentlichen Eigentums Telekom ist aber er, Karl-Heinz Grasser, und als solcher hat er sich auch zu verantworten. Seit über vier Jahren hören wir uns das "Privatisierungs"-Credo des angeblichen Wirtschaftsliberalen Grasser an und ein paar glauben ihm immer noch. Allerdings gibt es keine Opposition, die zu diesem wirtschaftspolitischen Megaereignis a) ein Konzept, b) überzeugende Sprecher und c) genügend Temperament hätte, um daraus etwas zu machen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2004)

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