Swisscom: Platzhirsch auf Partnersuche

8. September 2004, 14:11
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Der ehemalige Monopolist ist in der Schweiz klarer Marktführer, kann dort aber nicht weiter wachsen.

Zürich - Die Swisscom zählt zu den profitabelsten Telekom-Konzernen Europas. Das zeigt ein Blick auf die zu erwarteten Resultate für 2004: Bei einem Umsatz von zehn Milliarden Franken (6,4 Milliarden Euro) rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsergebnis vor Abschreibungen von 4,3 Milliarden Franken.

Der ehemalige Monopolist, der noch immer zu rund 63 Prozent in den Händen des Staates ist, ist klarer Marktführer in der Schweiz, kann dort aber nicht weiter wachsen. Gewinnsteigerungen lassen sich nur über mehr Effizienz und niedrigere Kosten, vor allem durch den Abbau von Arbeitsplätzen, erzielen. In dieser Hinsicht machte die Swisscom jedoch in jüngster Zeit kaum noch Fortschritte.

Akquisitionen als Ausweg

Also blieben Akquisitionen: Trotz mehrerer Aktienrückkäufe hat der Konzern ausreichend Liquidität für größere Übernahmen zur Verfügung, auch durch die Trennung von der deutschen Tochter Debitel kam Geld auf die Konten. Seit Jahren sucht Swisscom-Chef Jens Alder nach einem geeigneten Kandidaten. Die Telekom Austria würde alle Kriterien erfüllen, zumal damit der Einstieg in den osteuropäischen Markt gelingen würde - nur der Preis hat bisher nicht gestimmt.

In Österreich war die Swisscom mehrheitlich am Internetprovider UTA beteiligt, dieses Engagement wurde 2002 schmerzlich beendet. Denn die Schweizer verzichteten dabei auf die Rückzahlung eines Darlehens. Ohne dieses Zugeständnis wäre die UTA überschuldet gewesen. (kit, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.8.2004)

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