Montblanc Young Directors Award 2004 an Regisseur Alex Rigola

8. September 2004, 15:05
posten

Mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für die Inszenierung von Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"

Salzburg - Der mit 10.000 Euro dotierte Montblanc Young Directors Award 2004 der Salzburger Festspiele geht an den Regisseur Alex Rigola. Der Katalane bekommt die Auszeichnung für seine Inszenierung von Bertolt Brechts "Santa Juana dels Escorxadors" ("Die heilige Johanna der Schlachthöfe"), einer Koproduktion des Teatre Lliure aus Barcelona mit den Salzburger Festspielen, wie heute, Samstag, bei einem Pressegespräch im republic mitgeteilt wurde.

Rigola und sein Ensemble des Teatre Lliure hätten mit ihrer Interpretation der "Heiligen Johanna der Schlachthöfe" einen "überzeugend kraftvollen Theaterabend geleistet, der politische Empörung und künstlerische Arbeit kongenial vereint und Brechts Kapitalismuskritik glaubhaft in die Gegenwart holt", teilte Peter Simonischek die Begründung der Jury (Simonischek, Helga Rabl-Stadler und Thaddaeus Ropac) mit. Rigola sei es gelungen, "für die Brachialgewalt und Vordergründigkeit des Klassenkampfthemas bei Brecht mit starken Bildtableaus eine künstlerische Form zu finden, in der das Chaos als Bühnensprache inszeniert ist". Der Einsatz der Videobilder habe das Geschehen auf der Bühne verstärkt, "wenngleich der Regisseur mit Endloswiederholungen eine gewisse Überdrüssigkeit beim Betrachter provoziert", hieß es weiters in der Begründung.

Der Inszenierung des Katalanen sei es gelungen, Brechts selten gespieltes Stück neu erlebbar zu machen. "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" sei "gänzlich in der heutigen Wirklichkeit angesiedelt und nimmt politisch Stellung. Das ist die Aufgabe von Theater, wie es Brecht gefordert hat. Ein Theaterereignis in der Sprache der Gegenwart, das mit Medialität, großem Einsatz von Tontechnik und amerikanischem Hip Hop, mit zeitgenössischem Tanz und beeindruckender Bühnenpräsenz der Schauspieler überzeugt", so die Jury.

Der von Schauspieldirektor Jürgen Flimm initiierte und von Montblanc gestiftete Wettbewerb für junge, internationale Theaterregisseure und ihre Ensembles fand heuer bereits zum dritten Mal im Rahmen der Salzburger Festspiele statt. Im diesjährigen Young Directors Project waren weiters die Regisseurin Christiane Pohle ("Fünf Goldringe") und der Regisseur Luis Ureta ("Electronic City") vertreten. Am 26. August gibt es noch ein Young Directors Special: "Port" von Simon Stephens in der Inszenierung von David Bösch. (APA)

Share if you care.