Lohnschere schließt sich nur langsam

11. Februar 2005, 15:34
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AK: Es wird noch Jahrzehnte dauern bis Einkommen in Osteuropa österreichisches Niveau erreichen - Mit Infografik

Wien - Auch nach der siebenjährigen Übergangsfrist werden die Löhne in Österreich höher sein als in den mittel- und osteuropäischen Nachbarländern. Zu diesem Schluss kommt die Arbeiterkammer (AK) bei der Berechnung der Einkommensentwicklung in Osteuropa. Die Regierung wird daher aufgefordert, mehr in den Arbeitsmarkt und in die Bildung zu investieren. "Die Übergangsfrist kann kein Ruhekissen sein", heißt es in einer Pressemitteilung der AK am Freitag.

Im Jahr 2011 wird sich Slowenien - gemessen an den Wechselkursen - dem österreichischen Lohnniveau am stärksten angenähert haben. Das durchschnittliche Monatseinkommen eines Slowenen wird dann rund 66 Prozent des österreichischen Wertes betragen. Es folgen Tschechien und Ungarn, wo Arbeitnehmer jeweils 34 Prozent des österreichischen Durchschnittslohnes verdienen werden. Das Schlusslicht wird 2011 die Slowakei mit 24 Prozent bilden.

Starke Unterscheide noch 2020

Bis 2020 werden sich die Abstände der Löhne in den Reformstaaten zu Österreich weiter verringern. Es wird aber weiterhin starke Unterscheide geben. 2020 werden Ungarn und Tschechien etwas mehr als die Hälfte und die Slowakei etwa ein Drittel des österreichischen Lohnniveaus erreichen. Das Durchschnittseinkommen eines Slowenen wird dann 89 Prozent des österreichischen Wertes betragen.

Auch gemessen in Kaufkraftparitäten wird sich Slowenien dem österreichischen Lohnniveau am stärksten annähern. Laut AK wird der durchschnittliche Monatslohn eines Slowenen von 95 Prozent in 2011 auf 109 Prozent in 2020 steigen. Ungarn wird in 2020 rund 86 Prozent des österreichischen Wertes erreichen, Tschechien 75 Prozent und die Slowakei 68 Prozent.

Für die neuen EU-Länder kann maximal eine siebenjährige Übergangsfrist für den österreichischen Arbeitsmarkt vereinbart werden. Damit soll verhindert werden, dass Bürger aus den Erweiterungsstaaten mit dem Beitritt vollen Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt bekommen. Ausgenommen sind allerdings Zypern und Malta. Für Bürger dieser Länder gilt sofort die EU-Freizügigkeit.(APA)

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