Khartum betont Willen zur Zusammenarbeit

26. Juli 2004, 14:30
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Präsident Bashir für "konstruktiven Dialog"

Khartum/Nairobi - Kurz vor den Beratungen der EU-Außenminister über die Darfur-Krise haben die sudanesischen Machthaber ihren Willen zur Zusammenarbeit bekundet. "Wir wollen mit der Afrikanischen Union und der internationalen Gemeinschaft kooperieren", sagte Präsident Omar al Bashir am Montag der britischen Rundfungesellschaft BBC. Er sei überzeugt, dass sich das Problem durch "konstruktiven Dialog" lösen lasse. Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail bestritt unterdessen, dass es sich um einen ethnischen Konflikt zwischen arabischen und schwarzafrikanischen Bevölkerungsgruppen handle. "Das Problem besteht vielmehr zwischen Stämmen, die Landwirtschaft betreiben und den Nomaden", sagte der Außenminister.

Bashir hatte zuvor den internationalen Druck auf sein Land wegen der Krise in Darfur als "Angriff auf den Islam" kritisiert. Die "internationale Kampagne" wolle die Ausbreitung des Islam in Sudan verhindern. Seine Regierung werde sich weiterhin an die islamische Rechtsprechung halten, ein Beispiel für sozialen Zusammenhalt geben und "die Menschen aus der Dunkelheit zum Licht des Islam bringen", hatte er erklärt. Die sudanesische Regierung hatte am Sonntag einen Bericht über die Lage in der Krisenregion vorgelegt. Nach dem vom Informationsministerium in Khartum erstellten Bericht seien 5000 Polizisten nach Darfur entsandt worden. Bis zur vergangenen Woche seien insgesamt 90.000 Menschen in ihre Dörfer zurückgekehrt. (APA/dpa)

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