"Adieu, ich freue mich auf das Leben danach"

11. August 2004, 13:20
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Generali-Vorstandchef Dietrich Karner wird im April 2005 Aufsichtsratspräsident

Dietrich Karner (65), der Anfang 2005 die Führung der Generali Holding Vienna an Karl Stoss übergibt, verabschiedete sich beim Generali Open Tennisturnier in Kitzbühel von seinen Geschäftspartnern mit einem "Adieu, ich freue mich auf das Leben danach".

Fad wird dem in Rom geborenen Juristen, der seit 1963 in der Versicherungsgruppe ist, sicher nicht: Karner wird, wie er zum STANDARD sagte, im April 2005 den Vorsitz im Aufsichtsrat der Generali Holding Vienna übernehmen. Karner löst an der Spitze des Kontrollgremiums Guido Schmidt-Chiari ab, der aber im Aufsichtsrat bleibt.

Ob ihm für sein Hobby, dem Reisen, Zeit bleibt, wird sich weisen. Karner ist Präsident der Gesellschaft der Musikfreunde sowie der Generali-Foundation. Darüber hinaus wurde er in den Vorstand der "Erste österreichische Spar-Casse Privatstiftung" - größter Aktionär der Erste Bank - gewählt.

Front gegen Unisex

Obwohl mittlerweile 17 der 25 EU-Staaten gegen die geplante Einführung von gleichen Versicherungstarifen für Frauen und Männer, so genannten Unisextarifen sind, dürften sie in etwa zwei Jahren dennoch kommen - wenn auch in abgeschwächter Form.

Matthias Müller-Reichart, der Risikomanagement an der Fachhochschule Wiesbaden lehrt, geht davon aus, "dass die EU, um nicht komplett das Gesicht zu verlieren, die Unisextarife zwar nicht komplett einäschern wird, allerdings die einheitlichen Tarife nur in speziellen Sparten zur Anwendung kommen werden".

Nicht betroffen dürften die Personenversicherungen (Kranken-, Lebensversicherung) sein, im Bereich der Schaden/Unfall-Versicherung wie etwa der Haushaltsversicherung könnten sie aber Realität werden, sagte der Experte bei einem Vortrag zum Thema "Zukunftswerkstatt-Versicherung", der Generali in Kitzbühel. Die Kfz-Prämien, die für Frauen günstiger sind, könnten hingegen unter die Unisextarife fallen.

Wie berichtet, sind der EU die höheren Versicherungsprämien, die Frauen in der Kranken- oder Lebensversicherung zahlen, ein Dorn im Auge. Die Versicherungen wiederum begründen die höheren Prämien in der Lebensversicherung mit der höheren Lebenserwartung der Frauen. (DER STANDARD Printausgabe, 26.07.2004)

Claudia Ruff aus Kitzbühel

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