EU verlangt von Regime Eingreifen in Darfur

26. Juli 2004, 11:31
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Sondertreffen der Außenminister in Brüssel

Brüssel - Die Europäische Union drängt das sudanesische Regime, den Vertreibungen und Massakern in der Westprovinz Darfur rasch ein Ende zu setzen. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana unterstrich am Wochenende in Brüssel gegenüber dem sudanesischen Außenminister Osman Ismail die große Sorge der Staatengemeinschaft über die schweren Menschenrechtsverletzungen in Darfur. Das bestätigte Solanas Sprecherin am Samstag. Das Thema wird auch die Außenminister der Union bei einem Sondertreffen am morgigen Montag in Brüssel beschäftigen.

Die sudanesische Regierung müsse umgehend die berüchtigten Janjaweed-Reitermilizen entwaffnen und deren Anführer festnehmen lassen, erklärte Solana nach Angaben seiner Sprecherin. Nach Informationen der Vereinten Nationen haben die Milizen in den vergangenen 15 Monaten über eine Million Menschen vertrieben und 2,2 Millionen von der Lebensmittel- und Medikamentenzufuhr abgeschnitten. Die deutsche Staatsministerin Kerstin Müller, die nach Darfur gereist war, sprach von Berichten, wonach die Milizen inzwischen in die reguläre Armee und Polizei integriert würden. Der sudanesische Staatschef Omar al Bashir hat den internationalen Druck wegen der Flüchtlingskrise als "Angriff auf den Islam" bezeichnet. Der US-Kongress hatte in einer Resolution die Gräueltaten in Darfur einstimmig als Völkermord verurteilt. (APA/dpa)

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