Millionenschäden nach Unwettern in Deutschland

26. Juli 2004, 13:29
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Schneepflüge mussten Hagel wegräumen

Bayreuth/Frankfurt/Main - Heftige Unwetter mit teilweise extremen Hagelschauern haben in der Nacht zum Samstag in Teilen Deutschlands Millionenschäden angerichtet. In Oberfranken rückten mitten im Hochsommer zwei Schneepflüge aus, um die Autobahn A9 bei Trockau nahe Bayreuth von einer 40 Zentimeter dicken Decke eisiger Hagelkörner zu befreien.

Verkehr lahm gelegt

Im Rhein-Main-Gebiet war der Verkehr auf Straßen, Gleisen und in der Luft zeitweise lahm gelegt. In Mannheim wurde ein 33 Jahre alter Mann bei einem Feuerwerksfestival vom Blitz getroffen und leicht verletzt. In Mainz traf der Blitz eine Frau, die verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.

"Das war schlimmer als im Winter. So etwas habe ich noch nie erlebt. Alles war weiß", meinte Jürgen Hartmann, Gastwirt aus Trockau, zur weißen Pracht im Juli. Innerhalb von 15 Minuten fiel am Freitagabend in dem kleinen Dorf bis zu einem halben Meter Hagel. Gewächshäuser wurden beschädigt, Solaranlagen auf den Hausdächern zerstört. "Und auf dem Friedhof steht kaum noch eine Blume gerade", schilderte Hartmann. Ein Auto blieb auf der Autobahn in der Hagelschicht stecken und musste freigeräumt werden.

Große Verspätungen mussten Zugpassagiere hinnehmen, bei der gleich vier Stellwerke im Raum Frankfurt ausfielen. Die Verzögerungen dauerten bis Samstag früh. In Frankfurt und Offenbach wurden Autos weggeschwemmt und U-Bahn-Stationen überflutet. Die Feuerwehren rückten zu hunderten Einsätzen aus, pumpten Keller leer und beseitigten umgestürzte Bäume.

Monatspensum an Niederschlägen in einer Stunde

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in Offenbach innerhalb einer Stunde 53,8 Liter Regen pro Quadratmeter. "Das ist fast ein Monatspensum", sagte der Meteorologe Thomas Schmidt. Am Frankfurter Flughafen fielen in einer Stunde 37,4 Liter. Für eine gute halbe Stunde waren keine Starts und Landungen mehr möglich, berichtete der Verkehrsleiter.

Der Mainzer Bahnhof musste teilweise gesperrt werden, die Strecke zwischen Eltville und Rüdesheim war wegen Schlammfluten aus den Weinbergen für mehrere Stunden unpassierbar. Bei Mörfelden am Frankfurter Flughafen wurden zwei liegen gebliebene ICE evakuiert,

Auch in anderen Teilen Deutschlands überfluteten die Regenmassen Keller und Straßen. Betroffen waren Thüringen und Sachsen-Anhalt. (APA/dpa)

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